Lange, schmale Leisten in die Hobelbank einspannen

Martin Graf

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Hallo Michael,
hier die versprochenen Fotos.
Meine kleine Spannvorrichtung besteht aus zwei Backen. In die hintere Backe (auf den Fotos rechts) sind zwei Gewindestangen eingeschraubt (direkt ins Holz, das hält sehr gut). Die vordere Backe hat zwei Bohrungen, die so groß sind, dass diese Backe sich leicht auf den Gewindestangen verschieben lässt. Mit der Rändelmutter zwischen den Backen wird die Spannweite voreingestellt, mit der vorderen Rändelmutter wird das Werkstück geklemmt. Für einen besseren Halt sind zwei Stückchen Leder aufgeklebt. Die vordere Backe ist etwas schmaler als die hintere, damit sie sich auch noch bewegen kann, wenn die Zwinge in der Hinterzange eingespannt ist.
Auf den Fotos sollten alle Details erkennbar sein und auch ein Größenvergleich zum Ulmia Hilfsspannstock.
Außerdem ein Foto mit eingespannter, zu bearbeitender Leiste, die zusätzlich durch die Bankhaken abgestützt wird.
1.JPEG

2.JPEG

3.JPEG

Gruß
Martin
 

raziausdud

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Hallo.
So etwas „in der Art“ gibt es natürlich auch fertig und heißt dann Parallelzwinge. Beispiel:

https://www.voelkner.de/index.php?mp=products&file=info&ref=50&products_model=Y077652&redirect=0&feed=bing_fpla&utm_source=bing&utm_medium=cpc&utm_campaign_id=288284665&utm_adgroup_id=1139094976949602&lnid=&msclkid=10fdb3147b0b1577a642d9dcc4f3c660&utm_source=bing&utm_medium=cpc&utm_campaign=(DE) PLA Catch-all&utm_term=4574793018220296&utm_content=(DE) PLA Catch-all

Der “Witz“ bei denen ist ja vor allem dass die trotz ihres Namens auch unparallel spannen können. Auch die lassen sich mit Quermutterbolzen und Gewindestangen recht einfach selber machen. Wollte ich schon immer mal … sie eignen sich auch gut um zB sehr kleine Teile an der Bandsäge zu führen.

Grüße. Rainer
 
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flüsterholz

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Schöne interessante Lösung. Könnte ich mit meinen Parallelzwingen nachbilden.
Was hast du da für eine Hinterzange an deiner Bank? Die geht ja sehr tief in die Bankplatte rein?
 

Martin Graf

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Hallo zusammen!

Ja, man könnte auch eine sog. Parallelzwinge verwenden. Die sind aber mMn im entspannten Zustand zu wackelig. Für die Verwendung in der Hinterzange müsste dann auch die vordere Backe schmaler gehobelt werden, damit man nicht immer die Parallelzwinge ausspannen muss, wenn man das Werkstück umspannen/wechseln will. Dann fällt aber beim Lösen des Werkstücks immer die vordere Backe etwas runter - finde ich sehr nervig.

@raziausdud
Ich glaube, dass ein Selbstbau nicht ganz so einfach ist, da die Gewindestangen Links- und Rechtsgewinde haben. Bei dem Preis würde ich es auch erst gar nicht versuchen.

Bei meiner Variante bewegt sich die vordere Backe nur parallel zu den Gewindestangen, so dass das Werkstück ohne großes Gefummel umgespannt werden kann. Die Bewegung entspricht eher der eines Schraubstocks, d. h. nichts fällt runter und man muss nur die eine Rändelmutter lösen/anziehen. Durch den Lederbelag lassen sich auch Werkstücke spannen, die nicht ganz parallel sind (natürlich in begrenztem Rahmen im Vergleich zur Parallelzwinge).

@pedder
Ja, das kann man machen, aber, wie bereits geschrieben, ist das dann immer noch eine sehr wackelige Sache.

@flüsterholz
Das ist eine ganz normale Ulmia Hobelbank. Ich glaube, dass das Foto etwas täuscht.

Gruß
Martin
 

Martin Graf

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Ja, die Bessey sind für manche Aufgaben nicht schlecht. Aber im vorliegenden Fall weniger geeignet, weil die Leiste auf gesamter Länge auf der Bank aufliegen sollte. Aber vielleicht kann man die Bessey ja auch in die Hinterzange einspannen.
(und die Zwingen sind für die Befestigung an einer Hobelbank zu kurz)
 

Todde

ww-esche
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Diese Bessey-Schraubstöcke sind wirklich praktisch. Um 180° um die Achse der Spindel gedreht liegt das Werkstück dann auch auf der Werkbank auf. Allerdings kann man es dann nicht ohne Umspannen in der ganzen Länge bearbeiten. Die Lösung von Martin ist wirklich smart & einfach. Die schaue ich mir gerne ab! Danke für's Teilen.
Gruß Todde
 

Testlabor

ww-ahorn
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Ja, die Bessey sind für manche Aufgaben nicht schlecht. Aber im vorliegenden Fall weniger geeignet, weil die Leiste auf gesamter Länge auf der Bank aufliegen sollte.
Einfach zwischen die Spanner eine Latte mit der passenden Höhe auf die Werkbank legen. So sind auch sehr dünne Leisten problemlos und schnell auf der ganzen Länge stabil unterfüttert.
 

bast_ig

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Sehen ja sehr interessant aus, danke!

Muss man zwingend die mitgelieferten Zwingen nehmen oder gehen auch andere, also welche für Führungsschienen? Sieht man nicht deutlich auf den Fotos, wie die Aufnahme ist.

Edith: hab's verstanden, man kann die Zwingen an verschiedenen Stellen in die runden (!) Aufnahmen einsetzen.

Grüße
 

Martin Graf

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Einfach zwischen die Spanner eine Latte mit der passenden Höhe auf die Werkbank legen. So sind auch sehr dünne Leisten problemlos und schnell auf der ganzen Länge stabil unterfüttert.
Das funktioniert bestimmt irgendwie, aber es ist mMn sehr unpraktisch. Man will ja eine Lösung, die universell nutzbar ist. Bei Deinem Vorschlag bräuchte man für jede zu bearbeitende Leiste eine Latte passender Höhe und Länge zum Unterfüttern.
Die Zwingen gibt es in verschiedenen Varianten bis zu Plattendicken der Werkbank von ca. 140mm:
Danke, die längeren Alternativen kannte ich noch nicht.

Da ich die Bessey-Schraubstöcke auch besitze, habe ich mal kurz getestet: sie passen, wenn man schmale Leisten spannen will, nicht (gut) in die Hinterzange, weil die Gewindespindel hinten sehr weit heraus ragt.

Gruß
Martin
 

justplanesteve

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Mich interessierten die Möglichkeiten jetzt auch mehr theoretisch. Solche Probleme sind ja bestimmt auch in Zeiten aufgetreten, als es die doppelseitigen Klebebänder noch nicht gab.

Ich habe den Eindruck, dass bisweilen sehr dünnflüssiger Heißleim verwendet wurde – etwa um ein kleines Werkstück für die weitere Bearbeitung an einem größeren zu fixieren. Ich bin zwar schon einmal beiläufig darauf gestoßen, kann mich aber nicht mehr erinnern, in welchem Buch das stand. Schließlich war ein Leimtopf ohnehin meist in der Nähe. Die Verbindung lässt sich leicht wieder lösen, wenn man erst einmal herausgefunden hat, wie dünnflüssig der Leim sein muss – oder man wendet etwas Wärme an.

Es gab auch Spannvorrichtungen auf Kolophoniumbasis, die vor allem von Uhrmachern genutzt wurden.

Heute gibt es die preiswerten Heißklebepistolen.

Ja, der Hobel auf deiner Werkbank ist genau der, den ich vorhin gelobt habe. Danke für die Info, um welches Modell es sich handelt. (Ich besitze selbst einen Stanley Nr. 10.)
 

flüsterholz

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Ich habe den Eindruck, dass bisweilen sehr dünnflüssiger Heißleim verwendet wurde – etwa um ein kleines Werkstück für die weitere Bearbeitung an einem größeren zu fixieren.
Die Idee kam mir heute auch im Laufe des Tages. Aber wissen tue ich es auch nicht.
Ja, der Hobel auf deiner Werkbank ist genau der, den ich vorhin gelobt habe. Danke für die Info, um welches Modell es sich handelt. (Ich besitze selbst einen Stanley Nr. 10.)
Den hatte ich auch mal. Habe ihn dann aber gegen einen anderen eingetauscht.
 

raziausdud

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Ich kenne das vom Drechseln: wenn man eine Verleimung wieder lösen möchte, erleichtert eine Lage Papier dazwischen die spätere Trennung.

Rainer
 

magmog

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Guuden,

eine Möglichkeit sind die Zwingen von Jorgensen, kurzen Ausführung,
Leiste knapp eingespannt und dann hochkant in die Hinterzange.
Diese Zwingen sind sowieso unglaublich vielseitig verwendbar,
nicht zuletzt können sie bei zusammen gespannten Brettern in der Dickte nur mäßige Schäden anrichten.
Die mechanischen Teile gibt's auch als Bausatz für eigene Konstruktionen.

https://www.feinewerkzeuge.de/Bausatz-fuer-Winkelvariable-Holzzwinge/303440-main
Ein bisschen runterscrollen!
 

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pedder

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[das ist nicht meine Idee, sondern von Alex aus dem Forum woodworking.de]

Wie oben irgendwo geschrieben: man kann die Jørgensen so umschrauben, dass mann beide Griffe auf einer Seite hat. mit einer Zulage kann man die dann sogar bei geschlossener Hinterzange bedienen. eine Nummer größer als die gezeigte wäre besser. und der Ulmia ist drei Klassen besser.
 

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