Stipes, Mensa, Predella

anobium60

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Vor etwas über einem Jahr nahm das Museum in Tauberbischofsheim https://www.tauberfraenkisches-landschaftsmuseum.de/cms/website.php Kontakt zu mir auf. Für einen noch zu restaurierenden Tragealtar von 1505 aus dem Umfeld von Tilman Riemenschneider war zur besseren Präsentation ein entsprechendes Möbel gewünscht. Dieses sollte in Anlehnung eines Altars von https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Buscher in Werbach https://de.wikipedia.org/wiki/Wallfahrtskapelle_Liebfrauenbrunn von mir erstellt werden.
Also Zeichnung zeichnung.jpg und Modell gemacht Modell.JPG .
Nach Auftragsvergabe startete ich mit der Predella- aus der Abteilung Zwingen kann man nie genug haben P1060500.JPG . Fertig sah es dann so aus P1060515.JPG Dann kam der Unterbau aus Rahmen mit Füllungen und das Maßwerk in der Frontansicht P1060694.JPG Das Ganze dann farbig gefasst P1060716.JPG und schließlich geliefert Kopie dunkel 2.JPG Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!
Rainer
 
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anobium60

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Für mich ist es schwer einzuschätzen, in wie weit der Leser die nötigen Erfahrungen hat um eventuelle Gefahren zu erkennen.
Trotzdem möchte ich schon etwas zu den Fragen schreiben. Rahmen mit Füllung und Nutzapfen, gedübelt, sollten ja nicht schwierig sein. Boden ebenfalls Rahmenbauweise eingenutet. Altartisch mit Nutklötzen am Korpus befestigt. Altartisch und Predella mit 4 Schrauben M8x 50 verbunden.
Was wohl die meisten interessiert: Die Kehlung der beiden Außenseite der Predella. Das Thema hatten wir ja schon öfter. Schiebeschlitten feststellen und ausreichend starkes Kantholz SICHER quer zur Kehlscheibe befestigen. Das Holz sollte mindestens die Länge auf beiden Seiten der Kehlscheibe in der späteren Breite des Profil haben- Maserung des Profil senkrecht- damit eine Verleimung mit der oberen Platte funktioniert. Zuerst ca. 100 mm breite Klötze sägen/ kehlen, damit die Außenrundung sicher an der Bandsäge gesägt werden kann. SCHIEBESTOCK!!! Hier hat die Kehlscheibe 125mm Radius, gewünschte Stärke des Profil 25mm. . Mit Gefühl die Kehlscheibe schrittweise hochfahren. Holzstärke hier 60mm.. Außenrundung s.u.
Dann Klötze verleimen und nochmal als Ganzes nacharbeiten. Außen verschleifen.
Für das Maßwerk habe ich mir erst mal eine Schablone mit der Oberfräse gemacht P1060748.JPG , ursprünglich für Formverleimung, davon bin ich abgerückt. Auf der einen Hälfte habe ich 45 x 14 mm geschraubt, mit der Decoupiersäge fast bündig gesagt, dann mit der Oberfräse und Fräser mit Anlaufring oben bündig gefräst. Oberfräse, weil teilweise gegen das Holz gefräst wird und ich dann einfacher die Richtung ändern kann.
Mit einer einfachen Schablone P1060750.JPG habe ich dann an der Bandsäge das "S" mit 8mm Abstand gesägt, der zweite Abstand ist 25mm s.o.
Die "Gehrungen" für das Maßwerk an der Kantenschleifmaschine K80 geschliffen. Es empfiehlt sich mehr zu richten, kleinste Fehler haben große Wirkung. Darf jeder mal spaßeshalber probieren......
Arbeitszeit ca. 80 Stunden
Rainer
 
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anobium60

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War gerade mit dem Hund noch mal draußen, dabei ist mir noch was eingefallen:
Zum Kehlen muss der Spaltkeil entfernt werden. Der Anschlag muss VOR !!! der Kehlscheibe sein!!!! Rückseitig kann es niemand halten!
Nur, weil hier ja schon die tollsten Dinger passiert sind.
Was für viele (die meisten) hier vielleicht selbstverständlich ist......
Rainer
 

bast_ig

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Sehr spannend! Auch wenn ich mehrmals lesen müsste, um das zu durchsteigen. :emoji_slight_smile: Da fehlt mir noch ein Quäntchen Verständnis für das Handwerk.

Bemerkenswert finde ich auch, dass ein Museum den Aufwand auf sich nimmt, so etwas neu fertigen zu lassen.

Eine Frage zu Kehlen? Was genau ist der Grund, dass Du Teilstücke einzeln gekehlt hast?

Grüße
 

anobium60

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@bast_ig Grund ist dass ich dann die Außenrundung an der Bandsäge sägen kann. Würde die Maserung längs laufen, könnte man das an einem Stück machen und außen die Rundung hobeln. Man hätte in der Ansicht von vorne dann aber auch Hirnholz und könnte die Platte oben nicht anleimen.

Rainer
 
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