Bosch GST 135 CE "verläuft" - was tun?

Rutanemra

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Hallo allerseits,

bei einem Längsschnitt in Robinie verläuft die Stichsäge, keine Vorstellung warum! Der Schneidwinkel wurde natürlich überprüft, das Sägeblatt ist frisch aus der Verpackung - von Bosch, T144 D. Gesägt wurde am langen, fixierten Anschlag.

Die Säge hatte eine Tendenz weg vom Anschlag und das Sägeblatt hatte nach unten eine Ablenkung nach außen. Das Schnittergebnis ist natürlich indiskutabel.

Eigentlich war ich mit der Bosch (die seinerzeit nicht gerade billig war) immer zufrieden, habe allerdings selten Hartholz damit geschnitten. Aber dieses Ergebnis enttäuscht mich doch.

Hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte? Ich habe noch ein paar Schnitte mehr zu absolvieren....

Danke
 

IngoS

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Hallo,

auf jeden Fall ein stark geschränktes, grobzahniges Sägeblatt verwenden.

Trotzdem funktioniert das nicht. Ich habe schon unterschiedlichste Stichsägen besessen, von billig bis teuer. Mit keiner konnte man am Anschlag sägen.
Also, einen sauberen Riss zeichnen und daran langsteuern.

Gruß Ingo
 

weissbuche

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Stichsäge halte ich auch für das für Längsschnitte am wenigsten geeignete Werkzeug, zumal mit einer Führungsschiene. Ingo hat den richtigen Weg beschrieben oder eine HKS anschaffen.
 

HolzandMore

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Habe die gleiche Stichsäge. Für das Sägen mit Führungsschiene taugen Stichsägen im Allgemeinen nicht.
Die 135 CE hat noch spezielle Führungen die sich an das Sägeblatt anlegen lassen per Hebel, hast du das benutzt? Mit dem richtigen Sägeblatt sollte der Geradeausschnitt kein größeres Problem sein.
Gruß Andi
 

joh.t.

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bei den Zwergen
mal wieder ein Plädoyer für mafell.

bei einer Werksführung dort erklärte ein Mitarbeiter dort:

das Sägeblatt ist unten geführt. durch die Reibung erhitzt es sich
das verformt das Sägeblatt.
dadurch sägt das Sägeblatt nicht gerade.
die Mafellsäge hat aus diesem Grund keine untere Führung, sondern einen massiveren Kopf in dem das Blatt befestigt ist.

Trotzdem ist eine Stichsäge bescheiden zum Sägen an einer Schiene...
 

rafikus

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Vor vielen Jahren, als ich von Holzbearbeitung und den entsprechenden Maschinen keine Ahnung hatte, wollte ich ein Gehäuse aus 10mm Sperrholz machen.
Zur Verfügung stand mir nur eine alte Stichsäge von Bosch, bei der man zum Sägeblattwechsel diesen langen Schraubendreher brauchte. Die Säge hatte keine Pendelfunktion.
Ich montierte ein frisches Sägeblatt, dieses mit geschliffenen Zähnen, welches sich zum Rücken verjüngt (Typ und Hersteller ist mir nicht mehr bekannt).
Maschine seitlich an einen Anschlag gelegt und mit seeeehr kleiner Geschwindigkeit gesägt.
Einige Teile musste ich auch noch auf Gehrung sägen, und alle Kanten waren am Ende so sauber, dass ich das Gehäuse direkt zusammen kleben konnte.
Ich nehme an, dass die Aktion in Massivholz wahrscheinlich nicht gelingen würde, doch die pauschale Aussage, dass eine Stichsäge am Anschlag immer verläuft halte ich nicht für richtig.
 

Der alte Wagner

ww-ahorn
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Das Thema ist ja nun wirklich uralt. Ein zwangsgeführter Schnitt kann nur dann gelingen, wenn die Sägeblattaufnahme geradezu aberwitzig genau und mit unrealistisch kleinen Toleranzen in ihrem Längsschnitt gesehen parallel zur Gerätelängsachse ausgerichtet ist. Nur dann macht der Zwang überhaupt Sinn. Hinzu kommen Inhomogenitäten im Werkstoff, die das Blatt ablenken, so dass ein besonders dickes Exemplar (z.B. T308BP oder T144DP) nötig wird.
 

wasmachen

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Vor vielen Jahren, als ich von Holzbearbeitung und den entsprechenden Maschinen keine Ahnung hatte, wollte ich ein Gehäuse aus 10mm Sperrholz machen.
Zur Verfügung stand mir nur eine alte Stichsäge von Bosch, bei der man zum Sägeblattwechsel diesen langen Schraubendreher brauchte. Die Säge hatte keine Pendelfunktion.
Ich montierte ein frisches Sägeblatt, dieses mit geschliffenen Zähnen, welches sich zum Rücken verjüngt (Typ und Hersteller ist mir nicht mehr bekannt).
Maschine seitlich an einen Anschlag gelegt und mit seeeehr kleiner Geschwindigkeit gesägt.
Einige Teile musste ich auch noch auf Gehrung sägen, und alle Kanten waren am Ende so sauber, dass ich das Gehäuse direkt zusammen kleben konnte.
Ich nehme an, dass die Aktion in Massivholz wahrscheinlich nicht gelingen würde, doch die pauschale Aussage, dass eine Stichsäge am Anschlag immer verläuft halte ich nicht für richtig.

T101B dürftest verwendet haben.
Die Pendelei macht ja das Sägeergebnis ned sauberer. Im Gegenteil, die 'neuen' Dtichsägen mit ihrer extremen Sägegeschwindigkeit sind gleich mal viel unpräziser....

Aber grundsätzlich geht 'Stichsäge am Anschlag' zu 99% in die Hose...
 

breschdling

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Stichsäge an einem Anschlag funzt nicht!
Kann schon funktionieren. Mit meiner ollen Festo, einem "Precision" Sägeblatt und weichem Holz oder Spanplatte geht es zur Not.

Aber ist immer nur eine Notlösung. Bei Hartholz und dicken Platten eher nicht und ausser mit der Festo(ol) hab ich es noch mit keiner anderen Stichsäge hinbekommen. Nicht mit Baumarktgelumpe, nicht mit Makita und nicht mit Bosch.

Geht sogar mit der Handsäge gerader. Die Stichsäge ist IMHO das meistüberschätzte Werkzeug, mit dem die meisten fast nichts anfangen können (ausser vielleicht Waschtischausschnitte sägen).
 

raziausdud

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Hallo.

Es war einmal … vor langer langer Zeit … zu Beginn meiner Holzwerker-Tätigkeit, da habe ich die vom Vater geerbte Metabo-Stichsäge unter eine Platte geschraubt und das oben rausschauende Sägeblatt mit einer geschlitzten Holzleiste geführt. Damit waren lange gerade Schnitte an einem Parallelanschlag möglich. Und da ich die Säge heute noch habe, wird sie diese Aufgabe bis in alle Zukunft leisten können.

Allerdings habe ich inzwischen eine Tischkreissäge.

Wenn Du es also mit Deiner Stichsäge schaffen willst, such mal nach „Stichsägetisch“. Bei mir kommt dazu dieses, am besten auf Bilder gehen, das bekomme ich im Moment nicht direkt hin: https://www.ecosia.org/images?q=Stichs%C3%A4getisch

Grüße. Rainer

p.s.: ich habe Bilder meiner „Konstruktion“ sogar in den Tiefen des hiesigen Archivs gefunden, Beitrag 5:
https://www.woodworker.de/forum/threads/sägetisch-marke-eigenbau.3692/
 
Zuletzt bearbeitet:

bast_ig

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Hi,

noch als Ergänzung. Ich habe mal "aus Spaß" zum Formensägen den Stichsägentisch von Neuwerk gekauft. Mit dem geht das gerade Sägen wegen der beidseitigen Zwangsführung schon erstaunlich gut, so wie @raziausdud das auch gebaut hat. Richtig perfekt ist das aber immer noch nicht. Limitiert ist das durch die maximal einstellbare Höhe, glaube 40 oder 45 mm.

Grüße
 

Rutanemra

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Vielen Dank für die vielen Infos! Hatte mich schon gewundert, warum ich keinen geraden Schnitt zustande bekomme. Habe früher nur dünne Platten am Anschlag mit der Bosch geschnitten, da gab es - verständlich nach den Erklärungen - nie Probleme. Habe meine TKS verkauft, dachte nicht, dass ich sie noch mal brauche. Wollte mir den Dreck mit der Handkreissäge ersparen, muss ich sie halt doch nehmen....
 
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