Sanierung altes Gartenhaus mit verwitterter Front (Risse/Grauholz)

Jan Oli

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Hallo in die Runde!

Ich habe gerade einen Kleingarten übernommen und benötige fachlichen Rat für die Sanierung eines ca 20 Jahre alten Gartenhauses (ca. 60 m² Wandfläche). Das Haus wurde zuletzt vermutlich vor 10 Jahren mit einer dunklen Bondex-Lasur gestrichen (ich kann Alter und Vorbehandlung nicht einschätzen und beziehe mich auf Nachbars Einschätzungen).

Aktueller Zustand: Die Bilder zeigen die verwitterte West- und Südseite mit Rissen im Holz (Gartenhaus musste verkleinert werden, daher der Schnitt). Die Nordseite ist besser erhalten (teilweise blättert es etwas ab) und die Ostseite wurde mit neuem Holz versehen.

Mein Ziel: Ein nachhaltiger Langzeitschutz ist mir wichtiger als optische Qualitäten. Dachte an offenporige Lasur (z. B. dunkle Herbol Alkydharz-Lasur), um die Maserung zu erhalten. Nachbar empfiehlt Bondex.

Als Newbie bitte um Eure Expertise zu dem Vorgehen, das mir insgesamt auf Dauer möglichst wenig Arbeit macht und die Hütte schützt:

Bezüglich der verwitterten Süd-/Westseite frage ich mich: Reicht ein Anschleifen bevor ich streiche? Müssen die Risse vorbehandelt werden? Braucht es dort dann einer Grundierung? Passt dann Lasur oder braucht es Farbe? Welchen Auftrag/Produkt empfiehlt Ihr? Wie dunkel sollte der Auftrag sein bzw. welche Farbe (Eure Tipps helfen meine Rot-Grün-Schwäche zu übertünchen).

Ich bedanke mich sehr für Eure Einschätzungen!

GartenhausSued1.jpg GartenhausSued2.jpg GartenhausSued.jpg GartenhausWest.jpg
 

Martin45

ww-robinie
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Meine Meinung aus der Erfahrung heraus?
Das Holz ist schon so stark vergraut. Selbst wenn du das sehr sorgfältig schleifst bekommst du das nicht komplett weg. In den Rissen schonmal garnicht und auch in den Kanten und Nut/Feder Bereich wird dir das nicht gelingen obwohl es da genauso nötig ist.
Überall wo dir das nicht gelingt hält jede Farbe ca. 2 Sommer, danach vilden sich Risse in der Farbe bzw. Sie löst sich partiell und die schei**e mit dem Schleifen und Streichen geht von vorn los.

Meine letzte Erfahrung war ein Gartenhaus, was meine Frau für die Gartengeräte wollte. Ich hatte ein nettes gebrauchtes Haus gefunden, aber ungestrichen und schon etwas vergraut.
Chefin war erst einverstanden es weiter in Ehren Vergrauen zu lassen (sonst hätte ich es nicht gekauft), also habe ich es gekauft. Als es dann da war musste es unbedingt gestrichen werden. Ich hätte kotzen können. Das Ergebnis war wie erwartet (s.o.). Und das war kein Einzelfall...nur das letzte Mal wo der Frust hoch gekommen ist, weil es entgehen der ersten Absprache gelaufen ist.

Daher sage ich:
Gute Farbe ist nicht günstig, gutes Schleifpapier kostet, eine freudige Arbeit ist es auch nicht wenn man es laufend machen muss, der ganze Prozess mit Schleifen und Streichen ist ziemlich zeitintensiv.

Ich würde daher ernsthaft darüber nachdenken ob nicht auf die nächsten 5Jahre gesehen entweder eine neue und daher neu gestrichene Verbretterung gleich teuer ist, bei weniger Aufwand auf lange Sicht. Da musst du dann aber auch rechtzeitig, also am besten vor einem Schaden nachstreichen, das geht aber sehr schnell.

Alternativ (wäre mir noch sympathischer) direkt Trapezblech oder eine andere Blechform (Sinuswelle, Ziegelblech o.ä.) drauf, die man gar nicht mehr streichen muss.
Gibt es ja nicht nur in Anthrazit, sondern auch Ziegelrot, Grün usw., je nach Wunsch. Kostenpunkt im Fachhandel in brauchbarer Dicke (wenn man sich etwas umschaut) deutlich unter 15Euro/m2 inkl. Steuer.

Dritte Variante. Einfach weiter vergrauen lassen oder Schleifen oder kärchern (+Schleifen) und vergrauen lassen.

Ich wäre bei Variante 2 oder Variante 2 für die stark verwitterten Seiten (oder Sichtseiten) und den Rest vergrauen lassen und erst in einigen Jahren tauschen.
 
Zuletzt bearbeitet:

magmog

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Guuden,

Mit weicher Messingbürste oder harter Wurzelbürste, angefeuchtet mit Wasser mit einem Spritzer Spüli,
in Maserunterrichtung abschrubben. Mit hartem Wasserstrahl abspritzen.
Eine wasserbasierte Dickschichtlasur nach der Trocknung min. 2x auftragen.
 

carsten

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Hallo

hab sowas ähnliches vor gut 20 Jahren gemacht keine Gartenhütte sondern ein Vereinsheim mit deutlich größerer Grundfläche.
Hauptwerkzeug war ein recht weicher Messingbesen. Ne kleinere Bürste für Ecken. An einigen Stellen hab ich den Handhobel verwendet. Geschliffen nur Fenster und die Ecken an denen man gern hängenbleibt. Einige wenige Bretter ausgetauscht. Viele Astlöcher und Fehlstellen ausgestopselt. Ich hab damals Remmers verwendet.
 

kberg10

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So ein Gartenhaus sollte man nicht mit einem Oldtimer vergleichen der dann blitzblank wieder da steht.
Zerlegen, Bürsten maschinell und eventuell eine farblose Dickschichtlasur drauf. Oder schwedisches Falunrot.
Und irgendwann muss sowieso die Schalung neu.
 

Jan Oli

ww-pappel
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Das sind hilfreiche Tipps und Hinweise!

Ich werde jetzt wohl wie folgt vorgehen:
  • Mit Bürstmaschine oder Satiniermaschine vorarbeiten (soll wohl die Holzoberfläche ca 25% und damit auch den Durst des Holzes nach Auftrag erhöhen)
  • Dann Holzschutz-Grundierung Remmers IG11 auftragen (günstig auf Kleinanzeigen gefunden und von Gemini/KI empfohlen - Osmo Holzschutz Öl-Grundierung (701) ist einfach sau teuer)
  • Und schließlich Osmo Landhausfarbe (Tannengrün, weil sie durch Pigmentdichte Langlebigkeit verspricht und mir der düstere Anblick nichts ausmacht) auftragen.
  • Falls ich dann sehe, dass nach 1 oder 2 Sommer die Langlebigkeit dann doch zu gering ist, versuche ich es mit Trapezblech oder andere (Sinuswelle, Ziegelblech ...).
Ich werde hier berichten - danke für Euren Input!

Ich schau hier immer mal wieder rein, falls noch irgendwelche Tipps/Hinweise kommen.
 

Martin Graf

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Falls Du die Grundierung noch nicht gekauft hast: @WinfriedM hat wohl gute Erfahrungen mit Leinölfirnis als Grundierung für die Osmo Landhausfarbe gemacht. Diese Kombination habe ich mir gemerkt und will sie demnächst auch mal ausprobieren. Leinölfirnis enthält keine Biozide und ist zudem relativ preiswert.

Gruß
Martin
 

WinfriedM

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Würde ich auch so sehen, Biozide brauchts hier nicht, Leinölfirnis ist günstig und dringt sehr gut ins Holz ein. Darüber dann Landhausfarbe. Wichtig wäre hier allerdings: Leinölfirnis überall abwischen, wo es nicht ins Holz eingezogen ist. Da darf nichts auf der Oberfläche bleiben.
 

wilhelm62

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Und, wie immer an diesem Punkt, der Hinweis, dass sich die ölgetränkten Lappen selbst entzünden können wenn zusammengeknüllt.
Also draußen aufhängen, bis sie getrocknet sind und erst dann entsorgen.
 
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