Welchen Bodenbelag in einem Kalt-Wintergarten?

hg6806

ww-kiefer
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Hallo zusammen,

in den nächsten Wochen möchte ich folgendes Projekt angehen.

Vor 3 Jahren hatte ich über unsere Terrasse eine 4x8m große Terrassenüberdachung gebaut. Dann kamen noch Glasschiebewände hinzu, sodass man alles zuziehen kann, jedoch nicht ganz dicht wie ein Wohnraum. Keine Ahnung ob man überhaupt "Kalt-Wintergarten" dazu sagt.

Auf jeden Fall besteht der Fussboden aus Douglasien-Dielen die nicht mehr so schön sind. Ich möchte den Boden auch völlig schließen, damit es nicht von unten durchzieht.
Der ganze Rand würde ich unter den Laufschienen abmauern, damit man vom Außenbereich getrennt ist. Die Glaswände haben soviel Überlappung das kein Regen durchkommt, es sei denn man vergisst mal zuzuziehen, was es abkönnen muss.
Als Untergrund haben wir ca. 30cm hohe Stelzen darauf eine Holz Unterkonstruktion, die noch ok ist. Darauf würde ich OSB Platten legen und darauf einen Bodenbelag.
Die Frage ist, welches Material? Fliesen möchten wir nicht, im Sommer zu heiß im Winter zu kalt. Holz ist da angenehmer und "wohnlicher"
Vinyl hatten wir uns angeschaut, geht aber wohl wegen den Temperaturen nicht. Es kann halt auch bis -10°C werden oder im Sommer am sonnenbeschienen Rand auch mal 50°C. Sonst ist eine Abschattung vorhanden.
Ich liebäugle mit Holzdielen Nut&Feder und das in der gewünschten Farbe streichen. Wenn es nach 10 Jahren erneuert werden muss wäre auch kein Beinbruch.
Macht es Sinn unter der Unterkonstruktion noch etwas zu dämmen? Unter den OSB(3) Platten eine Folie? Darüber auch?

Danke für Tipps!
 

Holzsinn

ww-robinie
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Also: ich habe auch einen ungeheizten Wintergarten. Die Holzrahmen stehen auf einer Bodenplatte aus Beton, worauf wir Blähton als Schüttung und isolierende Schicht haben. Darauf liegt ein Rieselschutzpapier und darauf wiederum eine Lattung, auf die wir Terrassendielen aus Lärche möglichst nah aneinandergeschraubt haben. Fürher hatten wir immer 5 mm Abstand zwischen den Dielen, da sind aber viele Pflanzenreste durchgebröselt. Mit der jetzigen Konstruktion sind wir seit vielen Jahren sehr zufrieden, sie bewährt sich sehr. Damit die zu überwinternden Pflanzen keinen Frost abbekommen, haben wir einen Heizlüfter mit Frostschutzfunktion drin stehen, der sich bei +4° für eine kurze Zeit einschaltet.
Bei der Konstruktion und der Nutzung eines Wintergartens muss man ganz grundsätzlich bedenken, dass hier krasse Temperaturunterschiede zwischen fast 0 und +40° und mehr herrschen und meist eine deutlich höhere Luftfeuchtigkeit als in sonstigen Innenräumen. Schwitzwasser an den Fenster ist unvermeidlich und wird von mir regelmäßig weggewischt..
Ich würde auf keinen Fall eine wie auch immer geschlossene Holzschicht auf die beschriebene auf Stelzen stehende Unterkonstruktion packen! Das würde zu noch krassenen Temeraturunterschieden zwischen innen und aussen führen, was unweigerlich Feuchtigkeit produziert.
In deinem Fall würde ich den Hohlraum unter der Holzkonstruktion zum Teil isolieren und obendrauf den Bodenbelag möglichst luftdurchlässig gestalten Wieso habt ihr überhaupt 30cm Luft unter dem WiGaBoden? Ist das konstruktiv notwendig?
Vielleicht melden sich noch mehr Ratgebende, wenn Fotos der Situation da wären.
Melanie
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hg6806

ww-kiefer
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Danke für die Infos.
Hier mal ein Bild wie es vor knapp 12 Jahren entstanden ist. Der Untergrund ist Recycling Material verdichtet.

152.JPG

Und nun die Terrassenüberdachung mit Wänden:

IMG_5303.jpg
 

Holzsinn

ww-robinie
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Danke für die Bilder! Ich bleibe bei meinem Rat, den Fussbodenaufbau irgendwie dicker und isolierend zu gestalten. Klar - ist das im Nachhinein schwierig, da die Glaskonstruktion ja schon auf Bodenbretternsteht, die nicht mehr entfernt werden können. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, Blähton von aussen unter die Dielen zu blasen oder zu schieben? Vielleicht hat ja aber auch jemand Anderes eine bessere, nicht so umständliche Idee?
Melanie
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hg6806

ww-kiefer
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Wie schon geschrieben, kommt unter die Laufschienen eine Mauer rundherum. Heißt, ich hänge alle Scheiben aus und demontiere die Laufschienen. Dann maure ich 1-2 Steinlagen, darauf kommt ein Aluprofil, darauf wieder die Laufschienen.
Somit ist es von außen abgetrennt.
Die Überdachung an sich steht nur auf 3 Stützen und an der Wand.

Dämmung hatte ich ja auch schon angedacht, frage mich aber wozu eigentlich.
Im Winter ist alles kalt, höchtens im Sommer ist von unten kalt und oben wärmer. Aber braucht man dafür wirklich eine Dämmung weil da was kondensieren könnte?
 

carsten

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Hallo

was mir zu denken gibt ist "kein Regen durchkommt, es sei denn man vergisst mal zuzuziehen, was es abkönnen muss."

Wenn das nur Oberflächlich naß bzw feucht wird, ist das null Problem. Das trocknet erstaunlich schnell.
Was aber wenn das Wasser UNTER den Holzbelag kommt. In dem Oben geschilderten Bodenaufbau kann das nur sehr sehr gering abtrocknen. Im ungünstigsten Fall kann sich sogar Staunässe bilden.
Wenn man die Gefahr nicht zu über 80 eher 90 % ausschließen kann, könnte ich mir einen geteilten Bodenaufbau vorstellen. In dem Bereich Tür bzw Schiebefenster auf der Wetterseite für die ersten 50 -60 cm einen ganz normalen Holzterrassenaufbau- unten offen damit Wasser sowohl direkt abfließen kann als auch beidseitig abtrocknen kann. In dem Bereich der nur mal feucht wird könnte man den angedachten Aufbau realisieren.
 

hg6806

ww-kiefer
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Ja, da mache ich mir auch Gedanken drüber.
Ich hätte jetzt die OSB Platten mit etwas Abstand zum Rand gelegt, damit notfalls etwas ablaufen kann und der Belag oben am Rand richtig dicht gemacht Silikon o.ä. Falls es doch mal draufregnet, muss es eben abtrocknen.
Wenn man Nut&Feder hat, kann man das in dem kritischen Bereich verkleben, damit es dicht ist?
Außerdem OSB3&4 kann ja Feuchtigkeit ab. Zwar nicht auf Dauer. Es muss also abtrocknen können.

Aber da fehlt mir die Erfahrung.
 

esvaubee

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OSB und Wasser ist eine schlechte Idee

Wenns aus Holz sein soll dann wäre Siebdruckplatte die erste Wahl
Oder man versiegelt das OSB, inklusive aller Kanten
Wäre mir am Boden und voll verkapselt aber zu heikel
 

hg6806

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Also, wenn OSB wieder abtrocknen kann, sehe ich da kein Problem.
Ich hatte mal OSB Platten als Schalung für eine Grube verwendet. Die Platten hingen monatelang teilweise im stehenden Wasser drin bis sie abgenommen wurden und waren kaum aufgequollen. Die halten schon einiges aus.
Auf unserem Dachboden hatte ich auch OSB Platten verlegt, die teilweise auch längere Zeit feucht waren. Auch keine Spur von Aufquellen.

@esvaubee Oder hast du da negative Erfahrung gemacht?
 

esvaubee

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Also, wenn OSB wieder abtrocknen kann, sehe ich da kein Problem.
Ich hatte mal OSB Platten als Schalung für eine Grube verwendet. Die Platten hingen monatelang teilweise im stehenden Wasser drin bis sie abgenommen wurden und waren kaum aufgequollen. Die halten schon einiges aus.
Auf unserem Dachboden hatte ich auch OSB Platten verlegt, die teilweise auch längere Zeit feucht waren. Auch keine Spur von Aufquellen.

@esvaubee Oder hast du da negative Erfahrung gemacht?
Mir sind welche an einem provisorischen Dach stark aufgequollen, weil ich keine tropfkante an der dachpappe hatte

evtl gibts da auch Qualitätsunterschiede
 

brubu

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OSB gibt es in etwa 4 Verleimungsqualitäten, seht bitte selber nach.
 

Edefix

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Kannst du deine Douglasien-Dielen nicht abschleifen und mit Nut und Feder versehen lassen. Dann direckt verwenden. Wenn sie danach nur im trockenem liegen dann halten die doch ewig.
 

hg6806

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Nein, sind leider nicht mehr ganz so schön. Ich würde die gegen äußere Dielen die schon morsch sind, austauschen.
"Innen" möchte ich schon einen schönen glatten Boden.
 

esvaubee

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Genau, deswegen hatte ich OSB3 erwähnt.
"Holzwerkstoffplatten sind in DIN EN 13986 beschrieben und klassifiziert. Für die Anwendung im bewitterten Außenbereich sind ausschließlich Holzwerkstoffe der NKL 3 vorgesehen. OSB/3 und /4 Platten müssen vor Witterung geschützt werden. Das heißt: Für den konstruktiven Bau können diese klar verwendet werden, müssen aber zusätzlich durch eine Verkleidung, wie z.B. eine Vorhangschale geschützt werden. Vor Witterung geschützt ist in der DIN 68800-2:2012-02 geregelt. Danach gilt ein Bauteil vor Witterung geschützt, wenn dieses mit einem dauerhaft wirksamen Wetterschutz abgedeckt ist bzw. sich einem Winkel von 60° unterhalb einer Eindeckung bzw. Dachkonstruktion befindet."

Swiss Krono würde von deinem Vorhaben abraten

https://www.swisskrono.com/de-de/pr...-wie-viel-feuchtigkeit-vertragen-osb-platten/
 

hg6806

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Wegen dem OSB habe ich keine Bedenken, insofern man ständige Feuchte vermeidet.
Deshalb generell meine Frage welchen Bodenbelag, der, falls es doch mal draufregnet, weil man vergessen hat zuzuziehen, kein oder kaum Wasser nach unten durchlässt.
Eine Frage wäre noch oben unterhalb oder oberhalb OSB eine Folie zieht damit, falls doch etwas durchkommt, schnell abtrocknet.
 

Edefix

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Ich würde auf OSB Platten verzichten. Wenn du Nut und Feder verwendest dann wird da auch keine Luft durchziehen.

Das entsorgen von OSB Platten kann schwierig werden. Sie sind kein Sperrmüll und kein Hausmüll. Man darf sie nicht verbrennen. In den Baustoffmüll sollen sie auch nicht. Je nach Gegend kann das teuer werden (eigene Erfahrung). Wenn es geht vermeiden.
 

hg6806

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Bitte keine Diskussion mehr über die Sinnhaftigkeit von OSB solange der Bodenbelag nicht geklärt ist.
 

Bladdy

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Moin, ich hatte in meiner Gartenlaube die auf Punktfundamente steht über den Balken Deltafolie so das ich 5 cm Styropor drauf legen konnte, darauf unbehandelte Tanne/Fichte Nut und Federbretter und darauf ein Wischteppich in Parkettoptik gelegt, nicht verklebt. Bis auf ein paar Brandflecke von Zigarettenglut ist da nichts dran. Ach ja unter der Deltafolie ist ca 10 cm Glasasche gegen Ungeziefer‍♂️. Die Hütte ist 31Jahre alt.
Gruß Reinhold
 

hg6806

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Wäre auch eine Möglichkjeit, jedoch Styrodur anstelle Styropor.
Allerdings haben die Balken der Unterkonstruktion einen Abstand von 72cm.
@Bladdy Klingt das hohl wenn man drüber läuft oder ist irgendwie schwammig?
 

Bladdy

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Nein es klingt nicht hohl und schwammig ist auch nichts, ist den deine Terrasse jetzt schwammig?
 

hg6806

ww-kiefer
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Nein, denn die Dielen sind momentan ja mit der Unterkonstruktion fest verschraubt.
Dachte nur weil du Styropor drunter hast. oder ist das nur zwischen den Balken?
 

hg6806

ww-kiefer
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Bin leider noch immer am Überlegen wegen dem Fussboden.

Frau möchte kein Holz weil Sie es gerne abwischen möchte und Angst hat wegen Flecken durch die Nähe zum Garten, heißt, es müsste mindestens komplett versiegelt sein.
Hat jemand schon einmal mit Epoxidharz als Fussbodenbelag bzw. Versiegelung gearbeitet? Steinteppich?
Habe gelesen, dass es unter UV-Strahlung vergilben soll.
 
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