Tragfähigkeit Leimholzplatten Fichte

henry96

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Guten Tag zusammen
meine Eltern wünschen sich ein Holzregal 100x35 cm mit 18 mm Fichtenleimplatten in die Vorratskammer. Die Platten liegen jeweils am Ende ca. 4 cm auf einer Querlatte auf.

Variante 1: Regalboden nur an den Enden aufliegen lassen. --> aus meiner Sicht klar untauglich da zu wenig tragfähig.

Variante 2: Regalboden nur an den Enden aufliegen lassen und unten hochkant eine kleine Fichten-Latte zur Verstärkung (sollte dies bündig mit dem Rand sein oder ein paar cm gegen die Mitte? anbringen.

Variante 3: Mittig mit einer Querlatte stützen

Variante 3 wäre wohl am stabilsten (oder wären doch auch noch Latten auf der Unterseite notwendig), dafür stört allenfalls der Posten etwas. Frage: Würde aus eurer Sicht Variante 2a ausreichen und wenn ja, reicht es nur auf der Rückseite die Verstärkung zu machen oder braucht es sie auch vorne (würde die nutzbare Höhe etwas einschränken...)?

Wie wäre es bei einer Breite von 60 cm?

Dickere Bretter sind keine Option da das Material schon bestellt ist.

Danke für eure Hilfe.

Gruss
Henry
 

MTrp

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Was wird darauf voraussichtlich gelagert werden um die Gewichtsbelastung etwas besser einschätzen zu können?

100cm Länge sind nicht viel. Unter „normalen Umständen“ halte ich ein Durchbrechen für unmöglich, dito ein so starkes Durchbiegen, dass die Enden von den Auflagen rutschen. Um ein Durchbiegen aus vorwiegend optischen und ggf. auch praktischen Gründen zu verhindern/minimieren, würde es aus meiner Sicht genügen auf der Unterseite längs mittig eine Leiste hochkant zu montieren.
 

henry96

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änden“ halte ich ein Durchbrechen für unmöglich, dito ein so starkes Durchbiegen, dass die Enden von den Auflagen rutschen. Um ein Durchbiegen aus vorwiegend optischen und ggf. auch praktischen Gründen zu verhindern/minimieren, würde es aus meiner Sicht genügen auf der Unterseite längs mittig eine Leiste hochkant zu montieren.
Die Enden hätte ich auf den Querlatten mit je zwei Schrauben fixiert. Auf den Brettern stehen 1.5 L Getränkeflachen, Mikrowellenherd, Bügelstation, Konserven, Mehl, Zucker und was halt sonst noch so in einer Vorratskammer rumsteht. Die schweren Sachen sind aber nicht alle auf dem gleichen Boden sondern im Gestell verteilt. Wenn 40 kg auf einem Regalboden stehen, ist das wohl das absolute Maximum.

Reicht eine Latte (z.B. 24x44mm Hochkant) auf der Rückseite aus? Mittig montiert kann ich sie mit Schraubzwingen nicht fixieren und sie reduzieren die nutzbare Höhe...
 

KaiX0

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Ich nutze in der Werkstatt das IVAR Regal von Ikea. Teilweise ist das richtig Last drauf, gelegentlich sogar punktuell. Das sind dann 10 KG Stahlfüsse auf einer Grundfläche v. 25*10cm und diverse andere Dinge.

Da bewegt sich nix. Im Vorratsraum stehen gerne mal 15 * 1 Liter Tetrapaks eng gepackt auf dem Regal. Kein Thema.

Ich würde also nix machen
 

MTrp

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Reicht eine Latte (z.B. 24x44mm Hochkant) auf der Rückseite aus? Mittig montiert kann ich sie mit Schraubzwingen nicht fixieren und sie reduzieren die nutzbare Höhe...

Ja, es ist wie gesagt eher für das „gute Gefühl“ und um Durchbiegung zu verhindern/minimieren. Du könntest statt Schraubzwingen Leim plus Schrauben verwenden.
 

henry96

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Ja, es ist wie gesagt eher für das „gute Gefühl“ und um Durchbiegung zu verhindern/minimieren. Du könntest statt Schraubzwingen Leim plus Schrauben verwenden.
Ja, das habe ich so geplant. Als Stütze (wird ca. 1.85 m hoch) dünkt mich eine Latte 20x45 mm etwas mager. Hier überlege ich mir zwei Latten im 90-Grad Winkel zu verleimen und dem ganzen etwas mehr Stabilität zu geben. Zusätzlich montiere ich auf der Rückseite noch eine Strebe damit es nicht wackelt.

Ist es sinnvoll die Stützen wie beschrieben zu verstärken oder reicht pro Ecke eine einzelne Latte von 20x45 mm aus?
 
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Christoph_G

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eine Querlatte lässt sich doch auch jederzeit nachrüsten, wenn sich ein Boden z.B. als Konservenlager etabliert. Ich habe bei einem Schrankboden 60x100cm 12er OSB zwei Dachlatten 20x40 hochkant drunter geschraubt (noch nicht mal verleimt) und selbige auch als Auflager links und rechts. dieser Boden steht seit Jahren voll (wirklich voll!) mit Weinflaschen. kein Problem. Ich habe mittig noch was zwischengelegt, um im unbelasteten Zustand ein Paar Millimeter negative Durchbiegung zu generieren. So kann ich über die Schrauben die Vorspannung einstellen :emoji_wink:
 

IngoS

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Ja, das habe ich so geplant. Als Stütze (wird ca. 1.85 m hoch) dünkt mich eine Latte 20x45 mm etwas mager. Hier überlege ich mir zwei Latten im 90-Grad Winkel zu verleimen und dem ganzen etwas mehr Stabilität zu geben. Zusätzlich montiere ich auf der Rückseite noch eine Strebe damit es nicht wackelt.

Ist es sinnvoll die Stützen wie beschrieben zu verstärken oder reicht pro Ecke eine einzelne Latte von 20x45 mm aus?
Hallo,

zwei Latten im Winkel als Pfosten ist eine gute Idee. Das bringt viel Steifigkeit in die Konstruktion.
Eine Diagonale Strebe ist nur nötig, wenn du das Regal nicht mit einem Winkel an der Wand fixieren kannst.

Gruß Ingo
 

Christoph_G

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irgendeine Wandbefestigung ist immer das Beste bei Regalen und Schränken. bringt mehr Steifigkeit als jede Strebe. es wackelt nicht und kann auch nicht umfallen. möglichst weit oben.
 

IngoS

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Hallo,

habe noch mal mit einem Fichtenbrett 24 x 1,9cm probiert. Bei 1m Stützweite kann ich mich da locker mittig mit meinen gut 100kg draufstellen. Selbst bei 1,25m Stützweite trägt mich das Brett, allerdings bei deutlicher Durchbiegung.
Die vom TE besorgten Bretter sind bei 35 x 1,8cm noch gut 30% tragfähiger.

Gruß Ingo
 

brubu

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Hallo zusammen
Ich rechne auch immer wieder an Fachböden/Tablaren herum aber ganz altmodisch mit Formeln.
Gibt es irgend eine einfache Möglichkeit für Berechnungen?
 

Daniboy

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Das kann heute auch die KI gut rechnen. (Gemini von Google, oder ChatGPT von OpenAI, rechnen solche einfachen Sachen korrekt und mit Lösungsweg vor. Ich mache das hie und da und vergleiche es mit eigenen Berechnungen).
Ansonsten verwende ich auch gerne den tollen Balkenrechner von Johannes Strommer.

Rechnerisch ergibt sich beim Brett (100x35x1,8cm) und einer gleichmäßig verteilten Last von 40kg eine Durchbiegung von 3mm. (Wenn die 40kg punktförmig in der Mitte wären, dann beträgt die Durchbiegung 5mm.)

Das sieht man zwar noch mit freiem Auge ist aber akzeptabel. Ich tät daher bei Bedarf nur das Regal welches diese hohe Last trägt mit einer Leiste verstärken. Für die Biegesteifigkeit ist es nicht einmal notwendig, dass die Leiste über die ganze Länge geht (da nur in der Mitte die maximale Biegebelastung vorhanden ist).

Brechen tut so ein Brett aufgrund der Durchbiegung erst viel später, so ca ab einer mittigen Belastung von 400kg (!) und dann biegt es sich vorher schon mehrere Zentimeter durch. Bei Regalen muss man daher eigentlich nur die maximale Durchbiegung im Auge haben, die sollte nicht mehr als den dreihundersten Teil der Trägerlänge (L/300) betragen, idealerweise nur ein Fünfhundertstel. Also bei bei einer Regalbreite von L=1m sollte die Durchbiegung nicht mehr als 2-3mm sein. (Sonst sieht es unschön aus und beginnt mit der Zeit bleibend durchzuhängen.)

Neben der Möglichkeit durch Versteifungsleisten die Durchbiegung zu reduzieren ist natürlich die Regalbreite sehr stark relevant. Der Zusammenhang ist ja bekannterweise nicht linear. Bei einer Verdoppelung der Regalbreite von zB 1m auf ein 2m, ergibt sich eine 8x (=2³) so hohe Durchbiegung. Wenn man davon ausgeht, dass ein doppelt so breites Regal auch mit doppelt so viel (zB Büchern) beladen wird ergibt sich sogar eine 16x (=2hoch4) so starke Durchbiegung (!).

Ich würde daher schwer beladene Regale eher nur 60 breit machen wenn es für die Beladung kein Problem ist (zB bei Büchern) und bei Regalen, für allgemeine Verwendung, auch nicht mehr als die klassische Breite von 80 nehmen, außer es muss sein weil ich längere Dinge lagere.
 
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Martin45

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Ikea Ivar hat ca. 80cm Breite. Da haben wir die Bretter vollkommen vollgestellt mit Eingemachten (eingelegte Gurken a je 600-1200gr usw.). Das sind pro Brett bestimmt 20kg oder mehr. Ich hätte da weniger Bedenken.
In einem anderen Fall bei 1,2m Breite und einer nur 12mm Siebdruckplatte habe ich mittig längs eine Leite druntergeschraubt (wie Dachlatte hochkant), das Ding ist atombombenstabil.
 
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