Schnittholz aus Gartenhütte für Wohnraum akklimatisieren

Bubble

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Hallo,

ich habe eine Menge kammergetrocknetes Schhnittholz welches allerdings seit 1-2 Jahren in einer ungeheizten Gartenhütte lagert. Ich würde daraus gerne ein paar Möbel für mich bauen und bin mir nicht sicher wie ich das Holz nach dem Grobzuschnitt am besten für den Wohnraum "akklimatisiere".

In meinem Wohnraum (wo die Möbel später hinkommen sollen) habe ich in etwa 45-55 % Luftfeuchtigkeit.

Mir würde für dei Holz Zwischenlagerung eine beheizte Lagerhalle zur Verfügung stehen in der es ca. nur 25% Luftfeuchtigkeit hat. Würde es Sinn machen mein Holz nach dem Grobzuschnitt in die Halle mit dem sehr trockenen Klima zu bringen um das Holz schneller herunterzutrocknen oder laufe ich damit nur Gefahr das es zu schnell trocknet und sich dadurch verzieht bzw. reisst?

Danke für eure Hilfe!
 

carsten

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Hallo

aua 25 % ist verd..... wenig. Nach 1-2 Jahren in einer Gartenhütte hat das sicher wieder so 15 %. Direkt auf die 25 % wäre mir zu riskant. Wobei ich gerade am überlegen bin wie man 25 % erreicht außer unter fast Laborbedingungen. Also dauerhaft. Die Messung ist ja ein Augenblickwert. Holz orientiert sich aber an langfristigen "Werten". Ich würde die 25 % noch mal genau prüfen.
 

brubu

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25% Luftfeuchtigkeit bei 20°C entspricht einer Holzfeuchtigkeit von nur 5%. Das gäbe von angenommen mindestens 15% Ausgangsfeuchte ein Gefälle von min. 3. Das geht höchstens bei dünnem Weichholz gut. Zuschneiden würde ich das Holz vor dem Trocknen nicht falls es stirnseitig Risse gibt. Das Holz könnte direkt auf dem Hallenboden gelagert werden, dort ist die Temperatur wohl tiefer, zusätzlich am Anfang mit einer Folie abdecken damit die Trocknung nicht zu schnell abläuft.
 

Bubble

ww-kiefer
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@carsten:

Hab mir ein paar günstige digitale Hygrometer gekauft. Bei mir im Wohnraum haben alle auf 1-2 Prozent genau das gleiche angezeigt. Zwei davon habe ich nun auf ca. Schreibtisch Höhe in der Halle platziert die nun beide in etwa 22-25% bei ca. 20C anzeigen. Ist aber sicher eine Momentaufnahme das es bei uns gerade sehr kalt ist und die Halle recht stark über Heizkörper beheizt wird. Werde die Werte weiter im Auge behalten!

@brubu:

Macht es generell mehr Sinn die Holzbohlen vor dem Zuschnitt in ein trockeneres Klima zu bringen? Dachte wenn ich vorher den Rohzuschnitt mache kann sich das Holz besser akklimatisieren da es schon Näher am finalen Maß "vortrocknet". Beim vorlagern der großen Bohlen hatte ich die Befürchtung das sie dann am Rand trockener sind als in der Mitte und nach dem aufsägen/ hobeln wieder krumm werden.

Hätte gerne im Frühjahr ein paar Möbel mit dem Holz gebaut und wollte mich rechtzeitig darauf vorbereiten. Wäre es besser das Holz direkt im Wohnraum bei mir (ca. 45-55% Luftfeuchtgigkeit) anstatt in der Halle vorzulagern? Gibt es Erfahrungswerte wie lange Holz in etwa braucht um sich an ein neues Klima/Luftfeuchtigkeit anzupassen?

Danke für eure Hilfe!
 

WoodyAlan

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Kein Profi aber meine Situation seit Jahren: Holz liegt im geschlossenen aber luftigen Carport. Kammergetrocknetes hat nach länger Zeit schnell wieder 15% rum (kann man aber nicht pauschal sagen, je nach Holz, Stärken und Witterung).
Ich leg das bebötigte Holz ein paar Monate vor Verarbeitung in die beheizte Werkstatt. Zuschnitt nur das was zum umlagern zwingend erforderlich ist (hab schonmal vorher grobzuschnitt gemacht was mit deutlichem Zuwachs vom Verschnitt quittiert wurde). Beginnt das Projekt wird zugeschnitten ausgehobelt und verarbeitet. Wenn’s irgendwie geht Verarbeitung der gehobelten Ware taggleich. Bisher hat das gut funktioniert.
 

IngoS

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Hallo,

weil ich nun schon erwähnt wurde.
Erstmal wurde noch gar nicht verraten, um was für eine Holzart es sich handelt.
Das Holz aus der Gartenhütte ist lufttrocken, also ca. 15% Feuchtigkeit.
Da kann man schon einen Rohzuschnitt mit ausreichend Übermaß machen. Dann damit ins Wohnzimmer, aber auf Böcke (nicht auf die Erde legen) und mit Zwischenlegehölzern, damit die Luft gut zirkulieren kann. Wenn das so 6 bis 8 Wochen liegt, sollte es unter Beachtung der üblichen Regeln zur Verarbeitung von Massivholz funktionieren.
Bei mir hat es jedenfalls immer geklappt.
Die roh zugeschittenen Teile stirnseitig kennzeichnen, sonst sucht man sich bei der Verarbeitung nen Wolf und immer ein paar Teile drüberhin zusägen. Wenn mal was schief läuft, hat man noch Ersatz.

Gruß Ingo
 

WoodyAlan

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Meine Frau würde mich....:emoji_dizzy_face:
Drum nach Möglichkeit in einen beheizten Nebenraum oder Werkstatt mit idealerweise annähernd dem raumklima für das fertige Möbel. Heizraum rate ich an der Stelle dringend ab. Holzstaub und Heizung Nix gut und auch nicht zulässig, zumindest bei uns. Wurde mal direkt vom schorni drauf hingewiesen weil am Vortag drin was gestapelt hab übergangsweise. Musste ich in seinem Beisein direkt entfernen.
 

Bubble

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Hallo,

Danke für eure Tipps!

Dann werde ich das mit dem akklimatisieren in der trockenen Halle sein lassen und mir einen Platz im Wohnzimmer dafür suchen. Grobzuschnitt werde ich vor dem verladen ins Haus schon wagen, mit genügend Reserve. Bzw. kleinere geplante Teile werde ich noch in größeren Holzstücken belassen.

@IngoS

Aufstapeln mit Leisten für Luftzirkulation dazwischen ist klar, aber warum nicht auf dem Boden? Habe Fußbodenheizung bei mir, da sollte doch nichts dagegen sprechen?

Aktuell plane ich einen Kleiderschrank zu bauen, dafür würde ich Kirschholz verwenden. Habe in der Gartenhütte aber ansonsten noch Esche und gedämpfte Eiche liegen.

Ich hoffe ich schaffe den Grobzuschnitt bald und kann dann im März mit dem Bau beginnen.
 

IngoS

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Aufstapeln mit Leisten für Luftzirkulation dazwischen ist klar, aber warum nicht auf dem Boden? Habe Fußbodenheizung bei mir, da sollte doch nichts dagegen sprechen?
Hallo,

ist der Fußboden kalt, trocknet es in dem unteren Bereich schlecht bis gar nicht.
Hast du Fußbodenheizung passiert das Gegenteil. Es gibt einen Wärmestau, der dir aus den unteren Brettern einseitig zu viel Feuchtigkeit entzieht. Die Teile können krumm werden, oder sich bei der Weiterverarbeitung plötzlich verziehen. Darum auch bei Fußbodenheizung auf Böcke legen.

Gruß Ingo
 
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