Treppenstufen aus Eiche abschleifen und weiß mit Holzmaserung bekommen - wie am besten?

Joe LePaul

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Hallo zusammen,

wir wohnen in einem Altbau, in welchem es eine lange Treppe gibt. Bei den Stufen handelt es sich um massive Eiche, mit "Ochsenblutlack" bedeckt. Das Ganze sieht natürlich sehr hässlich aus und macht das Treppenhaus sehr dunkel. Daher wollen wir diese Stufen weiß bekommen - aber nicht weiß "Klarlackmäßig" sondern weiß mit sichtbarer Holzmaserung.

Der erste Schritt ist es, die Treppenstufen abzuschleifen, hierbei habe ich schon das passende Schleifgerät vorhanden, frage mich aber, bis auf welche Körnung ich nach dem Grobschliff gehen soll, bevor ich mit dem Beizen anfange. Dies wäre meine erste Frage.

Zum Beizen habe ich mich umgeschaut - Wasserbeizen vs. Ölbeizen. Irgendwie habe ich den Eindruck bekommen, dass Ölbeizen für diesen Einsatzzweck besser geeignet sind. Das wäre die zweite Frage - stimmt das oder habt ihr einen besseren Vorschlag?

Als Idee hätte ich jetzt, nach dem Abschleifen folgende Beize aufzutragen: Osmo Öl-Beize 3501 Weiß. Anschließend soll man ja ein Hartwachs-Öl als Finisher nehmen. Doch hier stellt sich nun die Frage, welches Hartwachs-Öl man nun nimmt. Osmo Hartwachs-öl Farbig 3040 Weiss oder Osmo Hartwachs-öl Original 3032 farblos. Oder kann ich das Hartwachs-Öl weiss nehmen und mir das Beizen sparen? Dies wäre die dritte Frage.

Die letzte Frage wäre nun, ob Osmo-Produkte hierfür zu empfehlen sind oder ob ihr einen besseren/passenderen Hersteller für diesen Zweck empfehlen würdet.

Danke für eure Hilfe!

Joe
 

flüsterholz

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Hallo Joe
Zum Thema Ochsenblut. Es kommt darauf an, wie diese Beschichtung/Lackierung ausgeführt wurde. Handelt es sich nur um einen Decklack, hast du gute Chancen ihn zu entfernen. Manchmal ist aber auch noch unter dem Lack eine Grundierung, mit gleichem Pigment wie die Decklackierung, die tiefer ins Holz eindringt. Dann wird die Entfernung schwierig. Für den Auftrag von Beize ist es aber notwendig, dass das Holz wieder in einem quasi Rohzustand ist. Ansonsten wird die Beize unregelmäßig fleckig. Dann kannst du nur mit einem deckenden Anstrich arbeiten.

Vorausgesetzt, du konntest das Holz gut vorbereiten, solltest du nach dem Auftrag der Ölbeize, besser mit einem farblosen Hartwachsöl arbeiten.
Ist es nach dem Auftrag der Ölbeize noch fleckig, kann ein eingefärbtes Hartwachsöl das optische Ergebnis verbessern, muss aber nicht. Da sollte man vorher Farbproben machen.

Unter Umständen würde auch das von @magmog angesprochene Kälken bessere Ergebnisse bringen. Das müsste mit Ölbeize auch machbar sein. Osmo versendet, soweit ich weiß, Proben zum Ausprobieren. Das würde ich in deinem Fall empfehlen.

Gruß Michael

Edit: Noch ein Tip. Bei Ölbeize immer wieder umrühren. Nur so bekommst du ein gleichmäßiges Ergebnis.
 
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Joe LePaul

ww-kastanie
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Danke für die Tipps. Was ich aber nun nicht verstehe - ich dachte Kälken ist immer mit Kalkpaste und nicht mit Ölbeize. Und ich dachte, eine gebeizte Oberfläche ist haltbarer als eine gekälkte, oder liege ich da falsch?
 

carsten

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Hallo

Beizen wie kälken sind nur ein Färben bzw Effekterzeugende optische Oberflächenveränderung, die keinerlei Schutz bieten. Da MUSS immer eine passende schützende Schicht darüber. Das Kann Wachs, ÖL, Lack sein. Und auch nicht jede Beize verträgt sich mit jedem "Überzug". Beraten lassen, Muster machen.
 

Pareto

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Gedächtnisprotokoll (ich habe "damals" viele gekalkte und weiße Küchenfronten hergestellt, ist aber schon ~20 Jahre her):

"Gekalkt" heißt, dass weißes Material in die Poren eingearbeitet wird. Anschließend wird überschliffen, so dass nur die Poren weiß bleiben und die Fläche holzfaben (oder ggf gebeizt).

"Weiß" kann zweierlei bedeuten:
1. Es wird mit einer Pistole weißer (verdünnter) Lack flach über die Fläche geblasen. Dadurch bleiben die Poren holzfarben (ggf. gebeizt) und die Fläche wird weiß. Der Effekt ist also das Gegenteil von oben.
2. Man arbeitet mit dem Pinsel verdünnten weißen Lack in die Poren und lackiert anschließend weiß. Dadurch sieht das aus wie weißer Schichtstoff mit Struktur.

Das ist die Vorgehensweise für stark porige oder gebürstete Hölzer, Esche weiß war "damals" im Trend und Eiche gekalkt.
Ich kenne das nur mit Lack - Öl dürfte aber genauso funktionieren.

Wichtig ist, ein System konkret durchzuziehen; sonst entstehen ungleichmäßige Flächen, wenn bspw. offene Poren und Strukturen zugesuppt werden. Ein Ausbürsten der Struktur nach dem Schleifen ist zu empfehlen.
 
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