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Wasserlack

: Frage im Forum Profi fragt Profi auf woodworker.de ;
Hallo, mich würde interessesieren, welche Meinung ihr von Wasserlacken habt. Ich habe mir immer gedacht ...
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  #1  
Alt 04.02.2004, 20:24
ww-Robinie
 
Registriert seit: 08.2003
Ort: Pfaffenhofen/Ilm
Beiträge: 615
Georg befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Wasserlack

Hallo,
mich würde interessesieren, welche Meinung ihr von Wasserlacken habt.
Ich habe mir immer gedacht den Wasserlacken gehört die Zukunft. Wenn ich jedoch mit bei den Außendienstmitarbeitern und Fachbereatern der Lackhersteller Das Thema Wasserlacke anspreche, bekomme ich die Aussage: Wasserlacke haben nur eine sehr geringe Bedeutung im Handwerk, nur ca. 5 % der verkauften Lacke im Innenausbaubereich sind Wasserlacke.
Ich persönlich arbeite sehr gerne mit Wasserlack und habe bis jetzt durchwegs gute Erfahrungen gemacht. Was ich mir wünschen würde, wäre ein Wasserlack der hohen Belastungen Stand hält und vergleichbar mit DD-Lacken ist.
Ich bin gespannt welche Meinung ihr von Wasserlacken habt. Gruß Georg
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  #2  
Alt 07.02.2004, 07:28
ww-Pappel
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: NRW
Beiträge: 13
Banane_Hein befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Beim Wasserlack überwiegen meiner Meinung nach die Nachteile...
Verarbeitungu brauchst eine Mindestraumtemperatur(bei den meisten so ca 18C.
Das kriegst du nicht immer hin ..
Wenns weniger ist, wird die Oberfläche schlecht und der Lack teilweise grau.
Bei wasserberieselten Spritzwänden löst sich der Overspray im Wasser und ergibt im Laufe der Zeit eine riesensauerei.
Die Trockenzeiten sind erheblich länger als bei Lösemittellacken.
Wenn du nachmittags spritzt kannst du erst am nächsten Tag zwischenschleifen.
Vorteil: du kannst dein Spritzgerät mit warmem Wasser saubermachen...ist billig und klebt nicht an den Nägeln:-)
(aber wenn du wechseln willst zwischen Lösem. und WL MUSST du einen Umnetzereinsetzen.)
(das der Overspray vom WL eklig klebt und das Spritzraumreinigen zur Schufterei macht hab ich schon erwähnt?)

Optik: WL feuert die Oberfläche kaum an (diese "Blässe" sieht meiner Meinung nach bei zB. Buche beknackt aus.

Die fertigen Flächen sind sehr empfindlich gegen Alkohole.
Wenn jemand (zB. ein Krankenhaus)die Teile desinfizieren will kommen echte Emotionen ins Spiel.

Ich habe mal einige Schränke farbig lackiert:
Füller - Farblack - klarer Decklack(zurSicherheit:-))
dann mit Lackleim verleimt.
oh_oh
Was war der Unterschied zum Lösungsmittellack ?
Du grundierst/schleifst/und lackierst nochmal. Da der Untergrund vom Decklack etwas "angelöst" wird (auch wenn er trocken ist) haben wir eine gute Verzahnung mit dem Untergrund.
Der Wasserlack macht das nicht.
Die Leimfugen rissen zwischen Füller /Lack oder Lack/Decklack auseinander.

Fazit:
Ich bin vor Jahren wieder auf DD-Lack
umgestiegen.
Angenehme optik / gute griffigkeit /
gute Verarbeitbarkeit - und ich kann nach der Kaffeepause schon zwischenschleifen :-)
(Das die Umstellung auf Wasserlack was gekostet hat könnt ihr euch denken. (Heizung für die Zuluft - Airlessmaschine aus Edelstahl - und so eine Art Kläranlage für das Wasser aus der Spritzwand kosteten damals 30 - 40 K (DM)

Wie heisst der Film wo alle mit Steinen werfen wenn jemand "Jehova" ruft ? :-)
Damals hat jemand "mehr Umweltschutz" gerufen...und der WL war so ein Stein............

PS: hab ich die Geschichte erzählt vom Nachbarn der sich drei Tage lang sein Geländer entrostet hat?
Dann war er im Baumarkt und kauft sich Farbe und Grundierung(weiss)
---- auf Wasserbasis.....da kam echter Frust auf als die neue Grundierung morgends rötlich schimmerte..........

so und jetzt muss wech......
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  #3  
Alt 07.02.2004, 14:54
ww-Robinie
 
Registriert seit: 08.2003
Ort: Pfaffenhofen/Ilm
Beiträge: 615
Georg befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo,
vielen dank für die Rückmeldung. die von dir erwähnten Punkte scheinen ein echtes Problem darzustellen.
Ich bin nämlich gerade auf der Sche nach einem neuen Lacklieferaten und habe diesbezüglich Verkäufer unterschiedlicher Lackhersteller gebeten mir ihre Produkte vorzustellen.
Konkret waren dies die Vertreter der Produkte für Clou, Arti, Hesse Lignal, Rossner und Zweihorn.
Obwohl alle o.g. Hersteller Wasserlacke im Angebot haben, habe ich auf mein Ansinnen komplett auf Wasserlack umzustellen keine positive Resonanz bekommen, wenn auch mit unterschiedlicher, teileweise schwacher Argumentation.
Meine Frage ist nun:
- ist das Prokukt als solches noch nicht ausgereift?
-ist der Schreiner nicht angerichtet für einen solches Produkt, d.h. um die Frage provokativ zu formulieren, hat ein Großteil der Schreiner noch keine Lackierraum mit entsprechender Luftführung und Heizung um 20°C zu gewährleisten oder darf diese offiziell nicht haben?
Führen die langen trocknungszeiten zu einer unterbrechung des Fertigungsablaufs?
Wie auch immer, ich werde weiter Argumente sammeln um eine Entscheidungsgrundlage zu bekommen.
Grüsse von Georg
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  #4  
Alt 09.02.2004, 21:08
ww-kastanie
 
Registriert seit: 01.2004
Ort: Ottobrunn
Beiträge: 31
Seneca befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo Georg

Zum Thema Lackierraum.
Die von dir genannten Punkte muß ein Schreiner erst mal finanzieren können und sich ausrechnen ob sich die Umstellung überhaupt lohnt.
Wohl eher nicht.
Zum Thema Trocknungszeit.
Das dürfte in vielen Werkstätten doch ach ein Platzproblem sein. Wer hat schon entsprechend Trocknungsraumkapazitäten.
Wir nicht.

Gruß Michael
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  #5  
Alt 04.03.2004, 21:57
ww-Kiefer
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 50
Hanns befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo
Bei uns werden SH + DD Lacke für den Innenbereich verwendet
Wasserlack haben wir mal Probiert und aus Kosten, langer Troc-
kenzeit schnell wieder gelassen .Ich finde daß die Lösungsmittel-
haltigen derzeit noch die Nase vorn haben .Solang ein Lack noch
nicht fest ist können Staubteile festkleben und wer hat Reinluft ?
Ich möchte möglichst schnell wieder schleifen können um weiter
lackieren zu können ,auch sollen die teile keine Druckstellen auf
weisen wenn ich die Gegenseite lackiere und auf Seite A ablege.
ImHaustürenbereich arbeite ich mit Wasser und habe mir viel
einfallen lassen müssen um Rationell zu arbeiten bei langen
Trocknungszeiten. Dann wäre da noch der Winter mit seiner
hohen Luftfeuchtigkeit !
Eine Anmerkung zum Schluss unser BG Mann meinte ,daß
Untersuchungen ergeben hätten daß Stäube von SH +DD
Lacken abgehustet werden könnten die der Wasserlacke je-
doch nicht!
Gruß Hanns
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  #6  
Alt 05.03.2004, 21:13
Benutzerbild von Harald
ww-Kiefer
 
Registriert seit: 08.2003
Ort: in der eifel >NRW<
Beiträge: 50
Harald befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Reden

Hallo Banane_Hein,

Wie heisst der Film wo alle mit Steinen werfen wenn jemand "Jehova" ruft ? :-)
Damals hat jemand "mehr Umweltschutz" gerufen...und der WL war so ein Stein............


" Das Leben des Brain" > Monthy usw <

Super Film
__________________
gruß Harald
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  #7  
Alt 05.03.2004, 22:00
ww-Kiefer
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 50
Hanns befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
hallo
Werde mir den Film mit dem Wasserlack ansehen wo Sie mit
................... schmeißen
Gruß Hanns

Geändert von Hanns (06.03.2004 um 16:43 Uhr).
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  #8  
Alt 30.05.2008, 11:41
GeorgeLack
GAST
 
Beiträge: n/a
Unglücklich Lackierraum

Zum spritzen von Wasserlack ist eine normale Abzuganlage ungeeignet. Da Sie sehr schnell verklebt (stark verunreinigt) und somit muss die Anlage all zwei Wochen ausgewechselt werden. Was Zeit in Anspruch nimmt ist klar- Trocknung, Platz, Beständigkeit. Von den Kosten ganz zu schweigen .

Gruss der GeorgeLack
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  #9  
Alt 30.05.2008, 21:40
ww-Robinie
 
Registriert seit: 08.2003
Ort: Pfaffenhofen/Ilm
Beiträge: 615
Georg befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo,
Wie schnell doch 5 Jahre vergehen. Habe damals zu Beginn meiner Selbstständigkeit ganz bewusst auf Wasserlack gesetzt und setze diesen heute als Standardprodukt ein. Lediglich in Bereichen in denen mein Lacklieferant kein wässriges Produkt anbietet (z.B. Glaslackierungen) oder beim renovieren älterer Anstriche setze ich lösemittelhaltige Produkte ein.
Gruß Georg
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  #10  
Alt 30.05.2008, 23:00
ww-Robinie
 
Registriert seit: 03.2008
Ort: Dortmund
Beiträge: 3.068
WinfriedM befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Was kannst du denn an Wasserlacken empfehlen? Es gibt ja auch viel Murks, der nicht richtig funktioniert. Und: Hat sich aus deiner Sicht in den letzten 5 Jahren entscheidend was getan bei der Qualität von Wasserlacken?
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  #11  
Alt 31.05.2008, 05:03
ww-Robinie
 
Registriert seit: 08.2003
Ort: Pfaffenhofen/Ilm
Beiträge: 615
Georg befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo,
mittlerweile gibt es wohl keinen Lackhersteller der kein Wasserlacksortiment im Angebot hat. Ich denke man muss spüren, dass der Hersteller und das ganze Umfeld zu dieser Produktschiene steht, sonst hat selbst ein gutes Produkt beim Verarbeiter kaum eine Chance. Ein Herstelle, bei dem meiner Ansicht nach dies zutrifft, -man entschuldige die Schleichwerbung-, ist die österreichische Firma Adler.
Ich will hier aber auf keinen Fall behaupten, dass Wasserlack in der Verarbeitung ein einfaches Produkt ist. Vor allem die Problematik der langsameren Trocknung und Aushärtung ist nur durch den Einsatz von von viel Energie (Heizung und Lüftung) und Arbeits-Mehraufwand (evtl. 3. Spritzgang) in den Griff zu bekommen.
Gruß Georg
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  #12  
Alt 31.05.2008, 21:30
Benutzerbild von Garfield
ww-Pappel
 
Registriert seit: 06.2007
Ort: Muttenz/Schweiz
Beiträge: 14
Garfield befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo,

ich habe auch schon mal gelesen, dass wasserlack bei der herstellung umweltschädlicher sein soll als lösungsmittelhaltige produkte. dafür ist die entsorgung dann einfacher. ob sich das wieder ausgleicht?

auf jeden fall ist die gesundheitsbelastung von WL beim lackieren für den lackierer viel höher. der lackverkäufer hat mehr als einmal darauf hingewiesen. ich schliesse mich da hannes an.

gruss

Garfield
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  #13  
Alt 31.05.2008, 21:38
GeorgeLack
GAST
 
Beiträge: n/a
Wl

Hallo,
Wasserlack beinhaltet als hauptsächliche Bestandteile Löse- und Verdünnungsmittel auch Wasser. Wasserlack wird darüber hinaus noch etwa zehn Prozent organische Löse- und Verdünnungsmittel zugefügt. Die Bindemittel von Wasserlack sind dabei Kunstharze wie Polyurethan-, Polyester-, Alkyd- und Acrylatharz, wobei Wasserlack grundsätzlich wie andere Lacke verarbeitet wird. Die Trocknungszeit von mit Wasserlack behandelten Gegenständen dauert jedoch länger, als wenn man andere Lacke verwendet hätte.
Wasserlack muss man dabei grundsätzlich immer mit Wärme trocknen. Bei der Verwendung von Wasserlack ist also ein höherer Energieaufwand notwendig.
Wasserlack kann man zwar mit Wasser verdünnen, jedoch wegen des Lösemittelanteils und der Konservierungsstoffe müssen Reste von Wasserlacks als Sondermüll entsorgt werden, wobei es aber auch Anlagen für die Rückgewinnung von Wasserlacken gibt.
Voraussetzung dabei ist jedoch, dass es sich bei dem jeweiligen Wasserlack um einen so genannten ultrafiltrierbaren Wasserlack handelt.
Anstriche mit Wasserlack weisen eine hohe mechanische und auch chemische Belastbarkeit auf und sind auch in der Regel lichtecht und lösemittelfest. Die pigmentierten Wasserlacke sind darüber hinaus außerdem witterungsbeständig. Gruss
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  #14  
Alt 01.06.2008, 06:40
Benutzerbild von Rühl
Moderator
 
Registriert seit: 09.2004
Ort: Hildesheim- Bockenem
Beiträge: 1.880
Rühl ist ein sehr geschätzer MenschRühl ist ein sehr geschätzer MenschRühl ist ein sehr geschätzer Mensch
Ich verarbeite beide Lacksysteme und jedes hat Vor- und Nachteile.

Mittlerweile gibt es sogar 2K-Wasserlack in hochglanz der brauchbar ist.


Für den Objektbereich verwende ich jedoch wieder den lösemittelhaltigen PUR weil der einfach wiederstandsfähiger ist.

Beim Wasserlack habe ich den Eindruck das er mit Fetten nicht klar kommt.



Gruß Ulf
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  #15  
Alt 01.06.2008, 14:32
ww-Robinie
 
Registriert seit: 03.2008
Ort: Dortmund
Beiträge: 3.068
WinfriedM befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hab letztens Consolan Wetterfarbe verarbeitet. Ein kleiner Farbklecks hat sich unter mein Uhrenarmband gesetzt und mich ca. 4 Tage kontaminiert. Gemerkt hab ich es, als ich einen roten Hautausschlag bekam. Schuld daran ist vermutlich der Konservierer, der auf der Top10 Liste der Allergene steht: Isothiazolinon

Insofern war das keine gute Erfahrung.

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