Hallo Miriam, Patina stellt m.E. eine Schicht von über die Jahre angesammeltem Zeug dar. (nachträgliche Anstriche, Wachsschichten, Fliegenschiss, Kochdunst, sogar Bohnerwachs (an Möbelfüßen) würde ich dazu rechnen) Abgestoßene oder angestoßene Ecken mit abblätterndem Lack kann man nachmachen, indem man bspw. mit einem Holzklotz arbeitet; ich würde an Deiner Stelle erst mal an einem anderen Brett mit ähnl. Anstrich ausprobieren, was so geht. Wenn dir die reingehauenen Macken zu dolle sind, mußt du wieder drüber streichen. Patina auf weiß gestrichenen Möbeln könnte man bspw. mit einem relativ dunklen Möbelwachs erzeugen; mehrmals auftragen in dünnen Schichten und zwar nicht wirklich flächig, sondern eher dort, wo in der Regel an einem Möbel nicht so viel geputzt und gerieben wird, also in Profilen, in Füllungsecken usw. Dort würde das Wachs sich ansammeln und durch mehrere Schichten dunkle Schatten erzeugen. Lange trocknen lassen und darauf achten, dass genug härtendes Wachs (zB. Carnauba) drin ist!! Vielleicht experimentierst du auch mal mit traditioneller Schuhcreme, die aus den Blechdosen von Erdal...(???)
Gröbere Maßnahmen der Patinaerzeugung gehen über dünne noch feuchte Leimschichten mit hinein
gesiebtem Werkstattaufkehrdreck bzw. dem Staub vom Dachboden der Kathedrale

; trocknen lassen, feinschleifen, wiederholen, lackieren... der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.
Abblätternder Lack ginge auch folgendermaßen: Erster Anstrich ist fertig und durchgetrocknet, dann
partiell dünne Wachsschicht auftragen, diese nochmal mit 180 er Schleifpapier anrauhen und wieder streichen, den Lack dazu evtl. etwas abtönen in nochmal einen Tick dunkler, trocknen lassen und mit Holzklotz bearbeiten. Für alle Maßnahmen empfehle ich, sich genug Zeit zu nehmen für entsprechende Vorversuche...
Wünsche frohes Schaffen.
PS: "Antikeffekt" ist mir ein reines Kunstwort, das jeder nach Gusto mit Inhalt bzw. Effekt füllen kann. Ich denke da auch an Schnickesläden mit goldbemalten Gipsengeln oder gold- und grün (-Span) bemalten Kerzenleuchtern...
Gruß Werner