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oberflächenöl testen

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Hallo zusammen, habe diese Zeilen schon mal in einem anderen Beitrag verwendet, hoffe aber mehr ...
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  #1  
Alt 02.08.2005, 12:00
ww-Eiche
 
Registriert seit: 08.2003
Ort: Freiburg i. Br.
Beiträge: 314
oberflächenöl testen

Hallo zusammen,
habe diese Zeilen schon mal in einem anderen Beitrag verwendet, hoffe aber mehr Antworten zu bekommen, wenn es ein eigenes Thema ist.

Ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, bei Gelegenheit eine größere Versuchsreihe zu starten um die Verschiedenen Öle mal vergleichen zu können. Bisher bin ich bei fast jedem zu dem Thema Befragten Schreiner auf sehr unvollständiges Wissen gestoßen. Genaugenommen entstand der Eindruck, es handle sich mehr um eine Glaubensfrage, welches Öl verwandt wird. Die meisten nehmen halt einen Hersteller, bei dem es halbwegs klappt ... ähnlich sieht es mit dem Auftragsverfahren aus - so wie man´s mal gelernt hat.
Es wäre doch schön, wenn man die ökologische Oberflächenbehandlung mal auf solide Füsse stellen könnte und vergleichbare Daten erhielte.
Kennt jemand spezielle Literatur zu diesem Thema oder hat mir anderweitig Anregungen. Ich möchte ja nicht unbedingt bei null anfangen.
__________________
grüße pius
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  #2  
Alt 02.08.2005, 18:06
Moderator
 
Registriert seit: 10.2004
Ort: Aachen/NRW
Beiträge: 3.641
hi,
also wenn du dich reinarbeiten möchtest, gibts meines erachtens niemanden, der kompetenter ist als der herr niebel?(bin ich jetzt etwas überfragt, auf jeden fall was mit i, halt deren entwickeler) der firma livos.
der kerl ist ne granate. super nett, objektiv und offen. hat auch keine probleme damit, zuzugeben, wenn konkurenzprodukte in einzelnen bereichen vorteile bieten. letzteres ist aber selten, denn livos hat ein derart breites sortiment, da gibts für jeden anwendungsfall was massgeschneidertes. und der mann lässt sich mehrmals jährlich breitschlagen, durch ganz deutschland zu gurken, um dann zb vor meisterschulklassen einen sehr interessanten vortrag zu halten, mit demo und fragestunde. dieser eine tag war für mich damals so effektiv wie 6 wochen meisterschule, kein witz.
also, hör mal nach bei denen, vielleicht kannst du ja dich irgendwo mit zusetzen.
sonst mach ich ja hier gern werbung für osmo, weil einfach idiotensicher. wenns aber etwas sehr hochwertiges werden soll, speziell im massivbereich, nehm ich livos. und deren online-support (durch oben erwähnten mitarbeiter) ist ebenfalls top.
das einzige, was mich stört, ist die tatsache, dass es hier im raum keinen vollsortimenter gibt, daher muss ich immer gut im voraus planen, und kann nicht eben mal was holen gehen.
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  #3  
Alt 01.09.2005, 11:13
ww-Nussbaum
 
Registriert seit: 07.2004
Ort: Freiburg
Beiträge: 84
Qualität von Ölen

hallo,

es gab vor einiger Zeit mal ein Untersuchungsprogramm des Umweltschutzzentrums bei der Handwerkskammer Freiburg in Zusammenarbeit mit einem Frauenhoferinstitut in Stuttgart zu dem Thema. Vielleicht kannst du dir da die Unterlagen besorgen, um nicht bei null anfangen zu müssen. Einige Ergebnisse weiß ich noch: so ist z.B. die Auftragsmethode (kalt/heiß -- Lappen, Pinsel, spritzen usw) für die jeweilige Oberflächenqualität völlig egal gewesen! Allerdings haben die nicht nur öle getestet, sondern Öl/wachssysteme.
Gruß aus Freiburg
Christian
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  #4  
Alt 01.09.2005, 11:35
Benutzerbild von Rühl
Moderator
 
Registriert seit: 09.2004
Ort: Hildesheim- Bockenem
Beiträge: 2.044
Da die Hartöle zum großen Teil aus den gleichen Rohstoffen bestehen (Kolophonium, Tungöl, Leinöl usw) sind die Unterschiede auch nicht so gravierend.

Ich habe schon viele getestet wie z.B. Leinos, Livos, Naturhaus etc. wobei der größte Unterschied im Preis lag.

Lediglich bei Baumarktprodukten konnte ich geringere Qualität feststellen.




Gruß Ulf
__________________
Wissen ist das einzige Gut das sich vermehrt wenn man es teilt!
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  #5  
Alt 01.09.2005, 19:05
Moderator
 
Registriert seit: 11.2003
Ort: Redwood City, Kalifornien USA
Beiträge: 2.514
Testen von Oberflaechen

Hallo Pius,

ich verfolge dasgleiche Thema schon ueber laengere Zeit. Da ich hier ausschliesslich mit Tungoel(pur) arbeite habe ich eigene Versuche mit
Wein (weiss und rot), Bier, Coca Cola, schwarzer Kaffee(stark)
Pulverkaffee, Schwarzer Tee(*), Schwarzer Johannisbeersaft/Traubensaft,
Kondensmilch, Ketchup und Wasser durchgefuehrt auf massiv Ahorn (hell), 4 Lagen Oel, ich habe je 10 ml jeder Fluessigkeit (Ketchup 1 Loeffel) mit der Pipette aufgetropft und 24 Stunden Trocknen lassen. Ich wollte mal herausfinden wie sich die geoelten Oberflaechen verhalten.

Rotwein zeugte eine Verfaerbung welche nicht zu entfernen war unter dem Mikroskop sah es aus als ob sich der Farbstoff im Oel ablagerte. Ketchup(war nach 24 h nicht trocken) erzeugte einen matten Fleck, liess sich mit Stahlwolle 4/000 und etwas Tungoel auspolieren. Alle anderen Aufguesse liessen sich ohne Rueckstaende spurenlos entfernen. Bei Schwarzem Tee war ein intensives Reiben notwendig um die Schwarzen Raender zu entfernen. Ob sich eine geringe Farbaenderung ergab konnte ich mit meinen Mitteln nicht Feststellen.

Es gibt/gab dafuer eine DIN EN 12 720 und DIN 68 861 da sind die Bedingungen festgelegt fuer das Pruefen/Testen von Oberflaechenbeschichtungen. (Ich hoffe es stimmt da ich diese DIN-Blaetter nicht besitze und mir diese Daten mal vor einiger Zeit niedergeschrieben habe.)

Frag doch mal beim Umweltschutzamt(falls es sowas in D gibt) an oder bei der Stiftung Warentest, Auch Universitaeten welche Fachrichtungen Holz besitzen z.B. Fachschule fuer Holztechnik Stuttgart. Vielleicht existiert eine Dissertation darueber?

Ich wuensche Dir bei deinen Nachforschungen viel Glueck und Erfolg, besonders Geduld. Aus eigener Erfahrung, es hat oft Jahre gedauert bis ich eine fundierte Antwort fand.

mfg

Ottmar

PS: Schwarzer Tee, 2 Teebeutel in 100 ml destilliertem Wasser fuer 10 Minuten gekocht und dann erkalten lassen, ist eine vorzuegliche Beize um neues Holz zu altern, wirkt auch auf Schellack/Nitrolack!
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  #6  
Alt 03.09.2005, 11:49
Benutzerbild von Eurippon
Moderator
 
Registriert seit: 05.2004
Ort: Eppelborn
Beiträge: 1.763
@ edelres:

Das mit dem schwarzen Tee und Beize wusste ich noch gar nicht.
Funktioniert das mit allen Lacken, d.h. kann danach jeder Lack oder Öl aufgebracht werden??
Dunkelt das Holz danach nicht weiter nach??

Mit dieser Methode würden sich einige meiner Probleme von alleine lösen :-)

Gruss


Michael
__________________
Gruss


Michael


Laughing into the face of natural selection since 1978...
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  #7  
Alt 03.09.2005, 18:22
Moderator
 
Registriert seit: 11.2003
Ort: Redwood City, Kalifornien USA
Beiträge: 2.514
Schwarzer Tee

Hallo Michael – Forumsfreunde.

Ich kam durch Zufall darauf, dass scharzer Tee hervorragend faerbt, weil ich aus Versehen(Gluecksfall) welchen auf eine Flaeche mit Schellack tropfte. Der Tee funktioniert als Beize auch auf Nitrolack. Oft moechte ich einige Stellen dunkler machen, z. B. in Ecken entlang von Zierleisten. Da der Tee nicht gleichmaessig faerbt entsteht ein Eindruck wie wenn die Farbe sich ueber einen laengeren Zeitraum entwickelt hat. Sollte der Tee auf der Oberflaeche Abperlen, reibe ich mit einem sehr feinen Schleifvlies ueber die Stelle, dann laueft er aus.

Ich habe mit Tee bei Korkschnitzereien neue Stuecke einfaerben/einblenden koennen, Kork verhaelt sich sonst sehr eigensinnig beim Beizen.

Meine Erfahrungen beruhen auf Schellack, Nitrolack und Conversion laquer(amerikanischer klarer Lack mit eingebautem Haerter), sehe aber keine Probleme bei anderen Ueberzuegen soweit nicht Wasserhaltig. Bei Tungoel ist die Wirkung geringer, vermutlich durch die Eigenfarbe(andere Lichtbrechung) des Oeles bedingt. Auf groessern Flaechen habe ich es auch noch nicht ausprobiert, sondern nur bei Ergaenzungen. Es wirkt hervorragend beim Altern von hellen Adern (Ergaenzungen), oder Intarsien, hier kann mit dem partiellen Eintauchen in den Tee der Eindruck wie ausgebleichtes Brennen des Fourniers erzielt werden.

Mit einem in einen Tropfen Zitronensaft getauchtem Wattestaebchen (feiner Aquarellpinsel ) laesst sich gezielt die Farbwirkung aufheben.

Viel Spass und Erfolg beim Faerben/Beizen.

mfg

Ottmar

PS: Ich verwende beim Ansetzen von allen Wasserbeizen nur destilliertes Wasser, ich verdaechtige den Chlor im normalen Leitungswasser die Haltbarkeit und Farbe der Beizen zu Veraendern.
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