| Furnieren - vor oder nach dem Zuschnitt?: Frage im Forum Neuling fragt Profi auf woodworker.de ; Hallo,
ich möchte eine kleines Kästchen ca. 5x15x35cm herstellen und außen mit Mahagonie-Furnier versehen. Was ... 
06.02.2005, 19:16
| | ww-Esche | | Registriert seit: 06.2004 Ort: Südniedersachsen
Beiträge: 411
| | | Furnieren - vor oder nach dem Zuschnitt? Hallo,
ich möchte eine kleines Kästchen ca. 5x15x35cm herstellen und außen mit Mahagonie-Furnier versehen. Was empfiehlt der Fachmann ?
a) erst furnieren, dann zuschneiden, dann verleimen?
b) erst fertig bauen und dann furnieren?
a erscheint mir sinnvoller, weil dann auch das Furnier mit Gehrung geschnitten wird. Oder reisst dabei das Furnier zu leicht? Ist in a ein Erst-Lackieren vor den Zuschnitt sinnvoll?
Danke im voraus und beste Grüße
Rainer | 
07.02.2005, 08:36
| | Moderator | | Registriert seit: 11.2003 Ort: Redwood City, Kalifornien USA
Beiträge: 2.247
| | | Hallo Rainer,
zu a) fuer den Zuschnitt brauchst du ein spezielles Saegeblatt welches durch spezielle Zahnform/anordnung Ausrissfreie Schnitte liefert. Oder due laesst dir dies von einem Schreiner zuschneiden der eine Saege mit Vorritzaggregat verwendet.
Falls due eine Handsaege verwenden willst, ich benutze dazu eine extrem feinzahnige Japanische Saege, mit der ich ausrissfreie Schnitte erziele. Bei besonders sproedem Holz, ueberklebe ich die spaetere Schnittfuge mit Tesakrepp, rolle den Kreppmit einer Holzrolle (Tapezierer)fest an und saege dann durch. Das Klebeband ziehe ich dann von Innen nach aussen vorsichtig ab.
b) Ist meiner Ansicht nach die einfachere Loesung. Dabei kannst du das Fournier besser kontrollieren und die Maserung gezielt, zusammenpassend ausfuehren.
Vorgrundieren/lackieren nuetz meist nicht viel, da dass Fournier vom Traegermaterial abgerissen wird.
Viel Glueck
mfg
Ottmar
PS: Die Japanischen Saegen, schneiden in Stossrichtung, bedarf einer gewissen Gewoehnung. Die deutschen Saegen schneiden in Zugrichtung! | 
07.02.2005, 12:43
| | ww-Kiefer | | Registriert seit: 11.2004
Beiträge: 53
| | Zitat: Original geschrieben von edelres
PS: Die Japanischen Saegen, schneiden in Stossrichtung, bedarf einer gewissen Gewoehnung. Die deutschen Saegen schneiden in Zugrichtung! | Ist das nicht genau andersherum?
Deutsche Sägen auf Stoß und Japanische Sägen auf Zug?
Gruß
Lutz | 
07.02.2005, 13:56
|  | ww-Robinie | | Registriert seit: 08.2003 Ort: Iserlohn
Beiträge: 964
| | Ja Lutze  er wird es wohl verwechselt haben
MFG PAtrick | 
07.02.2005, 15:17
|  | Moderator | | Registriert seit: 09.2004 Ort: Hildesheim- Bockenem
Beiträge: 1.880
| | Also hinterher furnieren geht gar nicht!
(es sei denn du willst dich mit einem Bügleeisen hinstelle)
Beim furnieren brauchst du einen Druck von min. 2 Bar/cm2
Was für eine Form dein Kästchen dann hat kannst du dir selber ausmalen 
__________________ Wissen ist das einzige Gut das sich vermehrt wenn man es teilt! | | Sponsor Links | | 
07.02.2005, 18:50
| | Moderator | | Registriert seit: 11.2003 Ort: Redwood City, Kalifornien USA
Beiträge: 2.247
| | | Japanische Saegen An Alle,
grosse Entschuldigung, Denk/uebersetzungsfehler (push pull)
Bei der Restaurierung von Holzdosen und kleinen Kaestchen habe ich fertige Stuecke Fourniert, zum Anpressdruck erzeugen habe ich von Schraubzwingen, heissem Sandsack bis zur Vacuumbag alles verwendet, nie ein Problem damit gehabt. . Habe keine Ahnung welcher Druck dabei entsteht/notwendig ist, die Haupsache es haelt.
mfg
Ottmar | 
07.02.2005, 21:21
| | Moderator | | Registriert seit: 10.2004 Ort: Aachen/NRW
Beiträge: 3.620
| | | vorab. ich würde vorher furnieren und die platten vor dem sägen grundieren.
hängt aber alles von den technischen möglichkeiten ab, wahrscheinlich bei sehr einfachen besser hinterher.
früher wurde furnier, gerade bei kleinen oder gekrümmten flächen, oft hinterher aufgerieben.
der pressdruck wird natürlich in kraft pro fläche angegeben, dh zb N/mm^2 oder auch (unüblicherweise) in bar (1bar= 10N/cm^2) und nicht in bar pro fläche, das wäre nämlich mit kraft pro länge^4 physikalischer unsinn. *klugscheissmodus aus*
man könnt zb das furnier mit kontaktkleber auftragen, und dann mit einer rolle andrücken, dann ist die nötige gesamtkraft sehr gering.
ansonsten natürlich auch nach alter väter sitte aufreiben... | 
08.02.2005, 08:17
|  | Moderator | | Registriert seit: 09.2004 Ort: Hildesheim- Bockenem
Beiträge: 1.880
| | Zitat: |
der pressdruck wird natürlich in kraft pro fläche angegeben, dh zb N/mm^2 oder auch (unüblicherweise) in bar (1bar= 10N/cm^2) und nicht in bar pro fläche, das wäre nämlich mit kraft pro länge^4 physikalischer unsinn. *klugscheissmodus aus*
|
Ok. überredet!
Obwohl es auf der Presse in Bar angegeben ist und man dann so oder so umrechnen müsste. Zitat: |
Bei der Restaurierung von Holzdosen und kleinen Kaestchen habe ich fertige Stuecke Fourniert, zum Anpressdruck erzeugen habe ich von Schraubzwingen, heissem Sandsack bis zur Vacuumbag alles verwendet, nie ein Problem damit gehabt. . Habe keine Ahnung welcher Druck dabei entsteht/notwendig ist, die Haupsache es haelt.
|
Das machst du dann aber mit Knochenleim / Heissleim oder?
Die Pattexversion hebe ich mir für Resopal auf.
__________________ Wissen ist das einzige Gut das sich vermehrt wenn man es teilt! | 
08.02.2005, 09:45
| | Moderator | | Registriert seit: 10.2004 Ort: Aachen/NRW
Beiträge: 3.620
| | | die pattexversion ist natürlich besonders schwierig/problematisch, wenn mit nc-lack lackiert wird.... | 
08.02.2005, 12:37
| | ww-Esche | | Registriert seit: 06.2004 Ort: Südniedersachsen
Beiträge: 411
| | | Danke Hallo,
Danke Euch allen für Eure Tips. Es führen offensichtlich mehrere Wege nach Rom ....
Beide Vorgehensweisen (vorher/hinterher) haben wohl Vor- und Nachteile. Eine Presse habe ich ("Hobby-Bastler") eh nicht. Ich habe noch in einem älteren Artikeln den Tip gefunden, beim Abtrennen des überstehenden Furniers und/oder beim Zuschneiden ein scharfkantiges Brett genau an der Schnittkante mit Zwingen gegenzuhalten, ähnlich wie Ottmar es mit Klebeband praktiziert.
Also nochmals Danke
Rainer | 
08.02.2005, 21:14
| | ww-Buche | | Registriert seit: 12.2004 Ort: Saarland
Beiträge: 265
| | | Was bei allen antworten nicht erwähnt wurde. Gegenfurnier wegen rundwerden der Platte. Das darf nicht vergessen werden.sonst hast du anschliesend ein kleines Problem.
P.S. Es ist sehr zu raten mit der Japansage auf Zug zu arbeiten, nach dem benutzen auf druck, lässt sie sich dann manchmal eher als Gehrungswinkel statt als Säge gebrauchen. *mich da an ein Teilnehmer in Grundlehrgang erinner*
__________________ Zwei Dinge sind Unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Wobei ich mir beim Universum noch nicht sicher bin. (Zitat Albert Einstein) | 
09.02.2005, 17:24
|  | ww-Robinie | | Registriert seit: 08.2003 Ort: Iserlohn
Beiträge: 964
| | | also ich würde erst grob zuschneiden dann furnieren, dann schleifen, grundieren gehrungen schneiden. verleimen lacken
was das mit dem Pattex angeht...
wenn es lange genug ablüftet nach dem auftragen passiert da nix mehr ansonsten hat man so´n bissl kürschner drin
mfg PL | 
10.02.2005, 21:49
| | ww-Esche | | Registriert seit: 06.2004 Ort: Südniedersachsen
Beiträge: 411
| | | Ich habe mich diesmal für "hinterher" entschieden. Ich habe den Kasten inzwischen "rohbaufertig" und die ersten Flächen furniert.
Ich habe das überstehende Furnier zuerst so beschnitten wie es in meinem Buch empfohlen wird: auf die furnierte Fläche legen und von hinten abschneiden. Inzwischen finde ich es angenehmer, bis auf etwa 1mm grob abzuschneiden und dann die Schneide (ich nehme ein Messer; ein Hobeleisen soll auch sehr gut geeignet sein) flach auf die Furnierkante zu legen und in einer Mischung aus Hobeln und Sägen bzw. Drücken und Ziehen (alles klar..!?) den Überstand quasi abzuhobeln. Das wichtigste dabei scheint mir zu sein, dass man wie eben beim Hobeln darauf achtet, dass die Fasern in Schnittrichtung ansteigen. Dann kann wirklich nichts einreißen (einreissen...?) wie beim einfachen Schneiden von der Rückseite, und ich bekomme fabelhaft gerade Kanten.
Grüße
Rainer | 
12.02.2005, 13:32
| | ww-Esche | | Registriert seit: 06.2004 Ort: Südniedersachsen
Beiträge: 411
| | | P.S.:
Überstände quer zur Faser abtrennen geht allerdings "von hinten" am besten. Ich schneide mit wenig Druck mehrmals die Kante entlang, bis das Furnier durchgetrennt ist. | 
12.02.2005, 23:51
|  | ww-Birke | | Registriert seit: 10.2004 Ort: Nastätten
Beiträge: 59
| | | kannst dir ja auch mal eine fourniersäge zulegen wenn du das öfter machst. geht auf jeden fall besser als mit einem messer
__________________ Gruß
Daniel W. | | Themen-Optionen | Thema durchsuchen | | | | | Ansicht | Linear-Darstellung |
Forumregeln
| Es ist Ihnen erlaubt, neue Themen zu verfassen. Es ist Ihnen erlaubt, auf Beiträge zu antworten. Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen. Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten. HTML-Code ist aus. | | | | |